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Bahnhofstraße
Reutlingen / Von Ralph Bausinger  Uhr

Mit dem Start des neuen Stadtbusnetzes am 9. September werden die Busse aus der Metzgerstraße verschwinden. Doch wie geht es dann mit der zwischen Wilhelmstraße und Gartenstraße gelegenen Verbindungsstrecke weiter? Mit dieser Frage befasste sich der Bau-, Verkehrs-. und Umweltausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend.

Neues Stadtbuskonzept

Die Grünen und Unabhängigen waren vorgeprescht und hatten Ende April beantragt, die Metzgerstraße als Fahrradstraße einzurichten, sobald das neue Stadtbuskonzept in Betrieb geht. Zudem forderten sie, die Fahrrad­straße über die Karlstraße hinweg in Richtung Bahnhofstraße fortzusetzen.

Wenn das neue Stadtbusnetz in Betrieb geht, dann wird die Verkehrsführung in der Metzgerstraße wieder auf die Tagesordnung kommen.

Noch zu früh

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist es noch zu früh, über den Antrag der Grünen zu entscheiden. So sollen zwar ab 9. September neben Autos, die in Richtung Süden fahren, auch Radler die Metzgerstraße und zwar in beiden Richtungen nutzen dürfen.  Neben der Fahrradstraße kämen als weitere Optionen ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20, eine für Anlieger und Anlieferer geöffnete Fußgängerzone oder ein verkehrsberuhigter Bereich infrage. „Wir wollen prüfen und nach den Sommerferien einen Vorschlag machen“, sagte Stefan Dvorak. Der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Vermessung möchte die Stadtgesellschaft an der Diskussion beteiligen. Die von den Grünen gewünschte zusätzliche Querung der Karlstraße auf Höhe der Metzgerstraße lehnt die Stadtverwaltung wegen negativer Folgen für die Busbeschleunigung ab.

„Wir brauchen diese Querung“, hielt Grünen-Stadtrat Holger Bergmann dagegen. Was die zukünftige Nutzung der Metzgerstraße angeht, ist Bergmann ebenfalls der Meinung, dass dieses Thema „breit diskutiert und nicht schnell entschieden werden sollte“. Allerdings wünschen sich die Grünen einen konkreten Zeitplan über das weitere Vorgehen.

Aus Sicht von Fritz Haux muss Reutlingens längste Einkaufsstraße bewahrt werden. Die Metzgerstraße sei die einzige Einkaufstraße, wo auch junge Leute noch Mieten zahlen können. „Es geht hier um viele Arbeitsplätze, vor allem im Handel“, sagte der CDU-Stadtrat.

Im Gegensatz zu den Grünen lehne die SPD eine Fahrradstraße in der Metzgerstraße ab, sagte Helmut Treutlein. Auch ­Regine Vohrer (FDP) tendiert eher zu einer erweiterten Fußgängerzone mit der Wilhelmstraße.

Ulrike Hotz: Kein Schnellschuss

Die Stadtverwaltung wolle,  fasste Baubürgermeisterin Ulrike Hotz zusammen, die neuen Verkehrsbeziehungen erst mal beobachten und Erfahrungen sammeln, um die beste Lösung  zu finden. Wann dies sein wird, konnte sie nicht sagen. „Wir wollen keinen Schnellschuss“, betonte Hotz.

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Grüne halten an ihrer Forderung nach Querung der Karlstraße fest

Die Grünen machen weiter Druck: Mit der Forderung „Querung Karlstraße – jetzt!“ rufen sie am morgigen Freitag, 12. Juli, 18 Uhr, zu einer Rad-Rundfahrt auf. Treffpunkt ist der Platz vor der Stadthalle. Die Aktion wird unterstützt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Initiative Eltern für radelnde Schüler. Oberbürgermeister Thomas Keck wird die Teilnehmer an der Stadthalle kurz begrüßen.

Mit der Aktion wollen sie für eine radfreundliche Überquerung der Karlstraße werben. „Und zwar deshalb, weil die Metzgerstraße ab September mit dem neuen Buskonzept für Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen befahrbar sein wird“.

Die Tour führt in einer kleinen Route durch die Innenstadt. An einigen Haltepunkten werden Informationen geben. Gefahren wird über die Konrad-Adenauer-Straße, die Moltke-/Bellinostraße hin zur Ringelbachstraße, an der Marienkirche und der Planie vorbei zur Charlottenstraße und zum Hauptbahnhof. Der Abschluss wird am Marktplatz gegen 19.30 Uhr sein. Dort gibt es noch die Möglichkeit, sich in geselliger Runde auszutauschen. Warnwesten, soweit vorhanden, bitte mitbringen, eine beschränkte Menge wird gestellt.