Die Corona-Pandemie hat keine merklichen Auswirkungen auf die Angebotsmieten: In über vier Fünftel der Großstädte steigen die Quadratmeterpreise von Wohnungen mit 40 bis 120 Quadratmetern im abgelaufenen Jahr weiter. Das zeigt ein Vorjahresvergleich der Immobilien-Plattform „immowelt“ für 80 deutsche Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern. Auch in der teuersten Stadt München klettert das Mietniveau weiter: Der Quadratmeterpreis erhöht sich um zwei Prozent auf 18,60 Euro im Median.
Heftige Mietsteigerungen sind vor allem im Umland von Stuttgart spürbar. Die höchsten Anstiege verzeichnen Reutlingen mit zwölf Prozent (10,30 Euro) und Pforzheim mit neun Prozent (8,50 Euro). Beide Städte haben nur knapp mehr als 100 000 Einwohner, sind aber einerseits wirtschaftlich prosperierende Städte und andererseits unweit des Ballungsraums Stuttgart.  In der Landeshauptstadt stieg der Preis auf 13,60 Euro (plus drei Prozent).

Wohnen in Reutlingen: Attraktiv für Pendler

Reutlingen und Pforzheim waren schon immer für Pendler attraktiv. Das dürfte angesichts steigender Home-Office-Quoten sogar noch steigen, da Wohnungssuchende mit Option auf Heimarbeit auch weitere Wege nicht scheuen, wenn sie nicht mehr täglich pendeln müssen.
Der Einzugsbereich von großen Ballungsräumen könnte so noch größer werden. Denn derzeit gilt: Hochpreisig ist und bleibt es vor allem dort, wo große Zentren von überregionaler Bedeutung in unmittelbarer Nähe sind. In Mainz steigt das Niveau auf 12,10 Euro (plus fünf Prozent), in Offenbach am Main auf 11,10 Euro (plus fünf Prozent) – beide sind bei Frankfurt am Main (14,60 Euro). In Augsburg macht sich bei 10,70 Euro (plus sieben Prozent) auch die Nähe zu München bemerkbar.

Kleine Unistädte wie Tübingen profitieren: Studenten bleiben zu Hause

Eine verhaltene Entlastung auf dem Wohnungsmarkt stellt sich derzeit in kleineren Universitätsstädten ein. Eine Entwicklung, die sich bereits im ersten Halbjahr 2020 in einer immowelt-Auswertung angedeutet hatte. Weil es wegen Corona weniger Präsenzveranstaltungen an Hochschulen gibt, sind weniger Studenten auf Suche nach einer Bleibe. Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in 80 deutschen Städten über 100 000 Einwohner waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebotspreise.