Ein Angehöriger wird aus dem Krankenhaus entlassen. Es ist klar geworden, dass er nicht mehr alleine bleiben kann. Doch wie soll es weitergehen? Welche Hilfen stehen einem zu und welche Anträge kann man stellen? Die Hilfsangebote sind vielfältig und wirken dennoch manchmal wie ein regelrechter Dschungel. Hier können einem die Pflegestützpunkte im Landkreis Reutlingen wertvolle Hilfe leisten.

Jeder soll möglichst nahe am Wohnort betreut werden

„Wir sind so weit, dass die Pflegestützpunkte den ganzen Landkreis abdecken“, sagt Leonore Held-Gemeinhardt. Sie koordiniert die Einrichtungen beim Landratsamt. In Orten, die keinen eigenen Stützpunkt haben, finden regelmäßige Sprechstunden statt. „Jeder soll so wohnortnah wie möglich betreut werden.“ Sozialarbeiter und Krankenschwestern mit Zusatzausbildung bieten unkompliziert und kostenlos Hilfe an, erzählt sie.

Was kommt in Frage?

Die Dienste der Pflegestützpunkte sind umfangreich. „Wird ein Angehöriger hilfsbedürftig, überlegen wir gemeinsam, welche Möglichkeiten in Frage kommen“, so Ann-Katrin Rüstau. Sie betreut als Krankenschwester und Pflegeberaterin den Pflegestützpunkt Dettingen. Dort hilft sie bei der Suche nach einem ambulanten Pflegedienst, nach einem Kurzzeitpflegeplatz oder einem Pflegeheim. Kann jemand von seinen Angehörigen betreut werden, wie es immer noch in den allermeisten Fällen geschieht, gibt es auch hier Hilfsmöglichkeiten, die ausgeschöpft werden können und auch sollten, wie sie sagt.

Pflegekräft aus Osteuropa

„Die Thematik ist oft sehr komplex“, weiß Leonore Held-Gemeinhardt. Manche überlegten sich, eine Pflegekraft aus Osteuropa einzustellen, andere beantragten Leistungen der Pflegekasse. „Hier ist es wichtig, eine Familie auf den Einstufungsbesuch des Medizinischen Dienstes vorzubereiten. Denn wenn ein Fremder ins Haus kommt, rappeln sich viele Pflegebedürftige wieder kurzzeitig so auf, dass ein völlig verfälschter Eindruck entsteht.“ Letztlich müsse auch der Angehörige wissen, dass ihm Rentenpunkte angerechnet werden, wenn er bei der Pflege eine bestimmte Stundenzahl erreiche.

Anträge an Pflegeversicherung und an Krankenkasse

Wie man Anträge an Pflegeversicherung und Krankenkasse stellt, kann ebenfalls beim Stützpunkt erfragt werden. Die Experten stehen auch dann zur Seite, wenn es jemand bei Anrufen in Sanitätshäusern oder bei Ärzten nicht schafft, sich durch die Warteschleifen zu arbeiten. „Wir übernehmen auch die Lotsenrolle und vermitteln an die richtigen Stellen, wenn jemand ein behindertes Kind hat“, sagt Ann-Katrin Rüstau. Auch hier sei der Weg manchmal schwierig. Doch durch das umfassende Netzwerk, in das die Beratungsstelle eingebunden sei, könne Abhilfe geschaffen werden. Sogar kostenlose Hausbesuche umfasst das Angebot.

Info Wer mehr Informationen will, kann sich beim Pflegestützpunkt des Landkreises melden, Telefon (0 71 21) 4 80 40 30 oder E-Mail: pflegestuetzpunkt@kreis-reutlingen.de.