Reutlingen Region hält zusammen

JAN ZAWADIL 28.03.2014

Die Tribüne des Gazi-Stadions auf der Waldau wird neu gebaut. Bis die Fußball-Heimspielstätte der Stuttgarter Kickers wieder nutzbar ist, treten die "Blauen" an der Kreuzeiche an. Gestern wurde der Mietvertrag unterzeichnet.

Bereits im Juni 2012 flatterte der Reutlinger Stadtverwaltung eine Anfrage aus Stuttgart auf den Tisch. Der Neubau im Degerlocher Gazi-Stadion des SV Stuttgarter Kickers macht den Drittligisten aus der Landeshauptstadt vorübergehend heimatlos. Auf der Suche nach einer geeigneten Ausweichspielstätte kamen die Verantwortlichen nach Empfehlung des Deutschen Fußballbunds aufs Kreuzeiche-Stadion.

Nach langem Durchexerzieren der logistischen Herausforderungen wurde gestern Mittag im Rathaus der notwendige Mietvertrag unterzeichnet. Selbiger macht die Kreuzeiche von Mai bis voraussichtlich Februar kommenden Jahres zum neuen Heimstadion der Stuttgarter Kickers und bringt der Stadt gleich noch zusätzliche Einnahmen in Höhe von mindestens 1100 Euro pro Kickers-Veranstaltung ein.

"Vielen Dank für die Gastfreundschaft", meinte gestern Kickers-Präsident Rainer Lorz. Wobei es neben den logistischen Herausforderungen für die Verlegung des Stuttgarter Spielbetriebs nach Reutlingen genauso eine sportliche Herausforderung sei. Hoffe er doch, dass die Fans auch zu den Spielen an die Achalm kommen.

Nachdem 83 Prozent der Kickers-Anhänger das entsprechend einer Umfrage tun wollen, sei der Drittliga-Fußball laut SSV-Fußball-Präsident Eberhard Spohn außerdem ein Gewinn für die Fans. Dass es angesichts des weniger guten Verhältnisses zwischen SSV- und Kickers-Unterstützern zu irgendwelchen Unruhen kommen könnte, hat Spohn trotzdem nicht ausgeblendet. Allerdings versuche sich da eine Minderheit zu zeigen, der keine Plattform gegeben werden soll, zumal der Fußball im Vordergrund stehen müsse.

Für die Drittliga-Spiele wird mit rund 4000 Besuchern pro Begegnung gerechnet. Reutlingens Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz freut sich über die Ausweitung und neue Art der interkommunalen Zusammenarbeit und erklärte: "Wir sind hier in der Metropolregion Stuttgart. Wenn man hier nicht zusammenhält, wo dann?"