Stadtbibliothek Reformation und Buchdruck

Reutlingen / swp 03.01.2018

Zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers und damit des Beginns der Reformation, zeigt diese Schau im Ausstellungseck noch bis Freitag Schätze aus der Alten Stadtbibliothek, die sonst im Archiv schlummern und nicht zu sehen sind.

Vor allem in den Städten hatte sich seit dem Ende des 14. Jahrhunderts unter den Laien die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben stark verbreitet. Die Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts förderte diesen Trend und profitierte davon. Luthers Ideen fanden daher besonders in den Flugschriften eine schnelle Verbreitung, die ohne Nutzung des leistungsfähigen Buchdrucks der Zeit nicht denkbar wäre. Die Buchproduktion in Deutschland stieg nach 1517 von Jahr zu Jahr sprunghaft an. Luther selbst rief in seiner Schrift „An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes“ dazu auf, gute „librareyen oder bücherhäuser“ zu gründen.

Die Ausstellung, kuratiert von Dr. Gerd Brinkhus, Leiter der Abteilung Handschriften und Rara an der Universitätsbibliothek Tübingen a.D., gibt anhand der frühen Drucke aus der Alten Stadtbibliothek einen Überblick über diese Entwicklung und enthüllt neue Entdeckungen, die erstmals zu sehen sind. Vorgestellt werden daneben die überregional bedeutenden Buchdrucker, die aus Reutlingen stammen und die Entwicklung der 1562 zum ersten Mal erwähnten „Bibliotheca Publica“ in Reutlingen.

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