Unterhausen / JHE  Uhr

. Es gibt Leute, die sagen, es gehe sonst ja auch ab und zu närrisch zu im Rathaus Unterhausen - in diesem Falle geschah das mit voller närrischer Absicht: Alle Bediensteten der Verwaltungsburg hatten sich für den Schmotziga Dooschdig fesch kostümiert.

Nur der Bürgermeister wollte seine Burg partout nicht verlassen. Und so verhandelten die beiden Oberen der Narrenzunft Krautscheißer - "Zunftine" Katja Thomas und ihr Vize Stephan Blötscher - mit einem Pappkameraden, der auch Peter Nußbaum hieß. Doch das war auf die Dauer fad - zumal über 500 närrisch gelaunte Menschen nach dem Rathauschef riefen. Und siehe da, er hatte sich auf dem Vordach versteckt gehalten.

Die ebenfalls im Häs erschienenen Feuerwehrleute holten den unter seiner Fellmütze immer noch bibbernden Mann mit einer Leiter vom Dach. Und für den Fall, dass das schief gegangen wäre, standen unten schon die in sattem Blau gewandeten "Echaz-Fischla" parat - mit einem Fangnetz. Das waren die Buben und Mädchen samt Erzieherinnen des Kindergartens Theodor Fontane-Straße. Diese Fischlein hatten sich eigens zur Fasnet ein Häs gebastelt. Auch alle anderen Kigas im Ort hatten sich für den "Flecka-Omzug" im Ort etwas ausgedacht.

Und natürlich durfte es heuer etwas ganz Besonderes sein, zu solch einer Jubel-Veranstaltung. Schließlich feiert die Narrenzunft Krautscheißer ihrem 25. Geburtstag. Und so waren auch deren Freundeszünfte aus Lichtenstein allesamt mit von der Partie, so auch die zunfteigenen Kochhäfen samt Lumpenkapelle Loco mit ihrer schrägen Guggenmusik nach Noten, nicht zu vergessen die Schalmeienkapelle des Musikvereins Unterhausen. Die Gruppe Wurzelsepp tollte ebenso durch den Ort wie die Burgstoihexa und die grimmigen Schlosswölfe.

Unter Sonnenschirmen hatten sie im Schneetreiben ihre Stände vor dem Rathaus aufgebaut, verkauften und Essen und Getränke. Doch bevor das närrische Volk oben im Verwaltungstrakt das Fasnetsküchle-Buffet mit Schaumwein der Marke "Umsonst und drinnen" stürmen durfte, musste es erst seinen Schultes los werden.

Der übergab brav den Rathausschlüssel an Stephan Blötscher, während ihm Katja Thomas mit einem routinierten Schnitt die Krawatte vom Wamst abtrennte. "Du darfst was Neues tun und zwar sofort, bist Hausmeister jetzt an diesem Ort", entließ ihn die Zunftine mit allerlei nützlichen Utensilien für den Sanitärbereich. Auch den solle der Bürgermeister nun bis Aschermittwoch putzen.