Reutlingen / Carola Eissler  Uhr

Schon sechs Jahre dauert nunmehr die Diskussion um die Verkehrsführung in der Metzgerstraße. Ein Konsens ist eigentlich bis heute nicht so richtig gefunden und eine Lösung erst recht nicht. Mit der Inbetriebnahme des neuen Stadtbusnetzes ab 9. September und die Verlegung der Buslinien 1 und 2 von der Metzgerstraße in die Gartenstraße wird die Debatte um die Metzgerstraße wieder aufflammen.

Die Metzgerstraße aufzuwerten, dies haben sich viele Stadtplaner, Einzelhändler, Vereine und Initiativen schon lange vorgenommen. Zum Beispiel mit dem Metzgerstraßenfest, das seit einigen Jahren im September gefeiert wird. Mit der Umgestaltung des Weibermarktes und dem Wasserspiel hat die Stadt das Ihre getan, um einen Aufenthaltsort in der Straße mit der höchsten Friseur-Dichte zu schaffen.

Doch das größte Problem wurde bislang nicht angegangen: der chaotische Verkehr in der Metzgerstraße. Autos, Fahrradfahrer, Fußgänger, sie alle drängeln sich mitunter mehr schlecht als recht durch und geparkt wird an manchen Abenden auch wild.

Die Frage, ob die Metzgerstraße nicht grundsätzlich autofrei werden sollte, wenn ab September dort keine Linienbusse mehr fahren, wurde bereits im Kommunalwahlkampf diskutiert. Dabei ginge es nicht allein um Luftreinhaltung, sondern schlichtweg darum, zum einen die Straße wieder attraktiv zu machen, zum anderen eine ausgebaute und genügend breite Radfahrer-Achse zwischen Albtorplatz und Bahnhof zu realisieren. Die Stadt sieht im Masterplan Radverkehr bislang zwar vor, dass mit dem neuen Stadtbuskonzept die Metzgerstraße zu einer solchen zentralen Radverkehrsachse werden soll, allerdings in einer Straße mit Autoverkehr. Die Radler sollen dann gegen die Einbahnstraße fahren. Ob dies nicht größere Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer birgt, bleibt abzuwarten.

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Wochen sind es noch genau bis zur Inbetriebnahme des neuen Stadtbusnetzes am 9. September. Dann wird auch kein Linienbus mehr durch die Metzgerstraße fahren.