Eine neue Trendsportart findet den Weg in die Achalmgemeinde: Auf der Eninger Weide sollen schon im Herbst Frisbee-Scheiben durch die Luft fliegen. Discgolf heißt der Freizeitsport, und der Spatenstich für den ersten Parcours im Kreis Reutlingen fand am Samstag mitten im Biosphärengebiet statt. Zum Auftakt trafen sich begeisterte Discgolfer und Förderer des Projekts mit Eningens Bürgermeister Alexander Schweizer an der künftigen Bahn Nummer zwei. Insgesamt 18 Bahnen sollen es werden. Die Gesamtkosten von etwa 10 000 Euro sollen Sponsoren tragen. 20 Prozent davon habe man bereits erreicht. "Damit können wir zufrieden sein", sagt Julia Burkhardt vom Discgolfclub Achalm. Man müsse bedenken, dass die Sportart in der Region bisher noch wenig bekannt sei.

Das Ziel beim Discgolf demonstrierte der Mitbegründer des Projekts, Markus Moßig, gleich vor Ort. Vom Startpunkt muss eine Frisbee-Scheibe mit möglichst wenigen Würfen in einen Metallkorb am Ende der Bahn befördert werden. Technik spiele dabei eine wichtige Rolle, betonte der 38-Jährige, bevor er die Scheibe über die Wiese sausen lässt. Gute 80 Meter sollen an dieser Bahn bis zum Korb überwunden werden. Man muss aber nicht aus dieser Distanz treffen. Wie beim Golf gilt es nur, nahe genug heran zu kommen, um dann zu "putten". Sogar mit der eigens dafür vorgesehenen Putter-Scheibe. Vor etwa fünf Jahren fanden die Brüder Markus und Uwe Moßig - beide ehemalige Handballer - ihre Begeisterung für den neuartigen Sport. Jetzt soll der Traum der eigenen Anlage wahr werden. Es habe mehrere Neuauflagen des Konzepts gebraucht, um das Forstamt davon zu überzeugen, sagt Markus Moßig. Nun aber sei alles auf einem guten Weg.

Ab Dezember, schätzt Bruder Uwe, werde man den Parcours freigeben. "Für Discgolf gibt es kein schlechtes Wetter." Da die Bahnen größtenteils abseits der Wege liegen, sollte man jedoch zu jeder Jahreszeit gutes Schuhwerk anziehen. Besucher sollen für die Benutzung der Anlage keinen Eintritt zahlen müssen, die Discgolf-Scheiben könne man im Wanderheim Eninger Weide ausleihen. Heute zählt der Club Achalm 16 Mitglieder, die aus der ganzen Region zusammenkommen, um Pars und Birdies mit dem Frisbee zu werfen - die Wertung ist wie beim Golfen.

Sie unterscheiden zwischen drei verschiedenen Scheiben-Typen: "Driver" für Distanzen über 100 Meter, "Midrange" zwischen 30 bis 80 Meter über flaches Gelände und den Putter für den Abschluss vor dem Korb. Professionelle Discgolfer treffen sich in den USA jährlich zur Weltmeisterschaft. Der Weltrekord für den weitesten Wurf liegt übrigens bei 255 Meter.

Der Discgolfclub Achalm hofft mit der Zusammenarbeit des bundesweiten Dachverbandes für Frisbeesport schon bald Wettbewerbe auf dem Parcours im Biosphärengebiet in Eningen austragen zu können. In Söhnstetten im Kreis Heilbronn steht die nächste größere Anlage für Discgolf. Im Jahr 2008 fand dort die erste Europameisterschaft in Deutschland statt. Nach der offiziellen Eröffnung im Frühjahr werde man auch Spieler aus Söhnstetten empfangen, kündigte Uwe Moßig an. Auch für eine Deutsche Meisterschaft soll der Eninger Parcours gewappnet sein.

Info Uwe Moßig gibt telefonisch unter Telefon: (07121) 7555014 oder Telefon: 0157/ 74111530 Auskünfte über den Sport und die geplante Anlage. Wer zum Parcours finanziell beitragen möchte, kann das mit einer Überweisung auf das Club-Konto 100 073 573 bei der Kreissparkasse Reutlingen (BLZ: 640 500 00) tun.