Althengstett/Stuttgart/Pfullingen Prettl übernimmt Kurz-Gruppe

Althengstett/Stuttgart/Pfullingen / SWP 29.07.2016
Prettl hat als strategischer Investor die insolvente Kurz-? Gruppe in Althengstett übernommen. Insgesamt 200 Arbeitsplätze wurden gesichert.

Dem Insolvenzverwalter der Kurz-Gruppe, Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger & Partner in Stuttgart, ist es gelungen, die wesentlichen Vermögenswerte der Gerhard Kurz elektrotechnischer Gerätebau GmbH an die familiengeführte Prettl Unternehmensgruppe aus Pfullingen zu verkaufen. Damit sind mehr als 200 Arbeitsplätze an den Standorten Althengstett und Alytus (Litauen) gesichert. Mehrere Interessenten hatten sich in den vergangenen Wochen um den Erwerb der Kurz-Gruppe aus der Insolvenz beworben, den Zuschlag erhielt Prettl.

„Dank der Unterstützung der Hauptkunden und des Zusammenhalts der Belegschaft konnten wir uns auch über die Eröffnung des Verfahrens hinaus Zeit nehmen, um den Verkauf mit der notwendigen Sorgfalt über die Bühne zu bringen“, sagte Mucha. „Mit dem Abschluss der Transaktion noch vor den Sommerferien haben die verbleibenden Mitarbeiter die Sicherheit, dass das Unternehmen in gute Hände geht. Es war uns besonders wichtig, dass Belegschaft und Kunden eine Perspektive haben.“

Die Unternehmenskrise von Kurz hatte sich bereits mehrere Jahre abgezeichnet, was unter anderem auf die Verteilung der Geschäftsaktivitäten auf fünf Standorte sowie die dauerhafte personelle Unterbesetzung des Vertriebsteams zurückzuführen sei, erklärte Geschäftsführer Bernd Grupp, der das operative Geschäft während des Insolvenzverfahrens geleitet hat. Zur Lösung der Misere hatten die Investoren Erwerberkonzepte erarbeitet, die stark an das vorinsolvenzlich von der Wintergerst Societät für Unternehmer-Beratung GmbH erarbeitete Restrukturierungskonzept angelehnt seien. Dadurch sei ein schneller, schlanker und effizienter Verkaufsprozess möglich gewesen, erläuterte der Insolvenzverwalter.

„Durch Ausnutzen des bei uns vorhandenen Vertriebsnetzwerks und dem Zugang zu internationalen Märkten wollen wir die Schwachpunkte von Kurz schnell beheben und den Mitarbeitern in Althengstett und Alytus die Chance bieten, gemeinsam an einer erfolgreichen Entwicklung der Marke Kurz Elektronik teilzuhaben“, betonen auch Dr. Gregor Zwinge und Dr. Georg Digele, Geschäftsführer und Hauptverantwortliche bei Prettl für das Investment in die Kurz-Gruppe.

Für Grundstück und die Gebäude des Zweigwerks Schalkau, in dem Kunststoffspritzgussteile gefertigt werden, gibt es Interessenten. Teilweise können sich diese auch die Übernahme von dort beschäftigtem, qualifiziertem Personal vorstellen. Für die folgenden vier Monate ist die Auslastung der Produktion in Schalkau durch eine mit Prettl getroffene Vereinbarung gesichert.

Über die Kurz-Gruppe

Die Kurz-Gruppe produzierte und entwickelte vorinsolvenzlich an fünf Standorten mit rund 250 Mitarbeitern Steuerungsplatinen und andere elektronische Komponenten für alle wesentlichen Marktteilnehmer der Hausgerätebranche. Insbesondere entwickelte sie auch Akku-/ Batteriemanagementsysteme, Einschalt- und Sanftanlaufautomatiken, sowie Motorsteuerungen mittels Mikroprozessoren. Die Marke Kurz ist bekannt für exzellente Produktionsqualität und -flexibilität sowie ein hohes Maß an entwicklerischer Problemlösungskompetenz für den Kunden. Die operativ tätige Gerhard Kurz elektrotechnischer Gerätebau GmbH hatte am 14. April dieses Jahres Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zum Insolvenzverwalter wurde Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger & Partner aus Stuttgart bestellt.

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