"Es wird zunehmend schwieriger, junge Leute für Folk und Weltmusik zu begeistern", bemängelt Moderator Thomas Becker von der Jugendkunstschule der VHS Reutlingen bei seiner Ansprache, "da freut es mich umso mehr, dass sich so viele gute Amateurgruppen beim diesjährigen Landeswettbewerb beteiligt haben."

"Folk & World Music" ist der Titel des Landeswettbewerbs, der im Zweijahresrhythmus zum siebten Mal in Reutlingen ausgetragen wurde. Das Preisträgerkonzert fand am Sonntagvormittag im sonnendurchfluteten Spitalhof statt, der trotz der hohen Temperaturen zu mehr als der Hälfte besetzt war.

Das musikalische Niveau hat sich gegenüber vorangegangenen Wettbewerben noch einmal steigern können. Alle sieben auftretenden Gewinnerbands, die jeweils zwei Stücke zum Besten gaben, erhielten viel Beifall. Am besten gefielen der dreiköpfigen Jury die Gruppen "Folkline" der Musikschule Schwäbisch Gmünd und die Gruppe "Die gantze Hingerey" aus Lichtenstein, die mit ihrem traditionellen Folk aus Nordeuropa punktete.

Doch auch die anderen Preisträgerbands konnten überzeugen. Mit einem Sonderpreis wurden das "Interkulturelle Orchester" der Musikschule Tübingen unter der Leitung von Samir Mansour und das 15-köpfige Ensemble "Sloga" des Deutsch-Serbischen Kulturklubs unter der Leitung von Denis Novakovic ausgezeichnet. Die Gruppe war zwar nur zu viert aus Stuttgart angereist, verstand es aber dennoch, einen scharf gewürzten Balkanmix abzuliefern.

Außerdem präsentierten von den fünf zweitplatzierten Gewinnern drei Gruppen jeweils zwei Stücke: das siebenköpfige "Gitarrenensemble" der Musikschule Reutlingen, das Duo "Grup Naz bari" vom Alevitischen Kulturzentrum Schwäbisch Gmünd und die Gruppe "Tico Tico" vom Badischen Konservatorium Karlsruhe.

Insgesamt wurden 2500 Euro Preisgelder verteilt: Jeweils 500 Euro gingen an die beiden Erstplatzierten. Der zweite Platz war mit jeweils 250 Euro dotiert und ging an insgesamt fünf Gruppen. Auch die drei Drittplatzierten gingen nicht leer aus und erhielten jeweils 100 Euro. Zudem wurden zwei Sonderpreise über jeweils 200 Euro ausgelobt, die von der Volksbank Reutlingen zur Verfügung gestellt wurden. Dagegen gab es dieses Jahr erstmals keinen Publikumspreis, und auch für die Kostenübernahme einer CD-Produktion wurden diesmal keine Mittel bereitgestellt.

Dennoch fiel das Fazit von Mini Schulz, Vizepräsident des Landesmusikrats Baden-Württemberg überwiegend positiv aus. Die Vielfalt zeige, dass es hierzulande eine Menge junger Leute zu geben scheint, die sich mit authentischer Folkmusik aus aller Welt beschäftigen. Am Ende der Veranstaltung überreichte Erik Grahneis, Mitglied des Vorstands der Volksbank Reutlingen, schließlich die Preise an die glücklichen Gewinner.