Nach monatelangen, verdeckt geführten Ermittlungen der Abteilung für organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Stuttgart, der Kriminalinspektion für Bandendelikte und organisierte Kriminalität der Kriminalpolizeidirektion Esslingen und der Steuerfahndungsstellen Reutlingen, Heilbronn und Stuttgart II richtet sich das Ermittlungsverfahren zwischenzeitlich gegen insgesamt 18 Personen.

Zehn Millionen Euro von einem Steuerschaden in Höhe von über eineinhalb Millionen Euro

Darunter befinden sich Lkw-Fahrer, die Ladehilfsmittel wie Paletten und Gitterboxen sowie Pfandbehältnisse wie zum Beispiel Klappboxen für den Gemüsetransport gestohlen oder unterschlagen haben sollen. Des Weiteren wird gegen Personen ermittelt, die als Verantwortliche verschiedener, teilweise auch speziell zur Tarnung der kriminellen Geschäfte gegründeter Firmen im großen Stil die illegale Ware aufgekauft und gewinnbringend weiterveräußert haben sollen, sowie deren Abnehmer.
Zusätzlich zu den Verkaufserlösen soll die Bande nach derzeitigen Erkenntnissen erhebliche Gewinne aus der nicht abgeführten Umsatzsteuer erzielt haben. Derzeit wird bei einem über Scheinfirmen abgewickelten Geschäftsumfang von über zehn Millionen Euro von einem Steuerschaden in Höhe von über eineinhalb Millionen Euro ausgegangen.

Mit 200 Einsatzkräfte 24 Objekte in Baden-Württemberg, Bayern und weiteren Bundesländern durchsucht

Am Mittwoch durchsuchten unter Federführung der Kriminalpolizeidirektion Esslingen über 200 Einsatzkräfte 24 Objekte (Wohn- und Geschäftsräume von Beschuldigten und Zeugen), überwiegend in Baden-Württemberg, vereinzelt auch in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Berlin. In den Einsatz waren auch die genannten Steuerfahndungsstellen, Kräfte der jeweils örtlich zuständigen Polizeipräsidien, sowie an vereinzelten Objekten auch Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz eingebunden. Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial - insbesondere Mobiltelefone, PCs und Geschäftsunterlagen - beschlagnahmt, das noch der weiteren Auswertung bedarf.
Gegen einen 37-jährigen türkischen Staatsangehörigen aus dem Landkreis Esslingen sowie gegen einen 57-jährigen Serben und einen 35-jährigen Kroaten, jeweils aus dem Hohenlohekreis, hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart bereits im Vorfeld der Durchsuchungen Haftbefehle erwirkt. Die drei Männer wurden festgenommen und werden im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt.