Es sind weit mehr Leute gekommen als gedacht, freut sich Rita Mater. Die in der Scheune aufgestellten Bierbänke sind mit rund 20 interessierten Menschen komplett besetzt. Scheint, als ob viele Eninger Freude daran haben, knifflige Fragen zu lösen. Schließlich ist in den kommenden zwei Stunden ein Quiz angesagt, bei dem es darum geht, wie gut man den heimischen "Flegga" kennt.

Das Quiz ausgetüftelt haben drei Frauen vom "Forum Literata". Iris Other und Brigitte Hagmeier sind mit der Kamera losmarschiert und haben mehr oder weniger markante Motive, die sie in Eningen gefunden haben, fotografiert. Die muss die Raterunde nun erkennen und zuordnen. Was nicht gerade einfach ist, denn manchmal sind nur Ausschnitte zu sehen. Und manche Motive sind den Quizteilnehmern zwar durchaus bekannt - nur von wo? Schließlich will das Quizteam wissen, wo sich das Gesehene befindet.

Hinzu kommen etliche Fragen, die sich Rita Mater mit Hilfe des Eninger Heimatbuches ausgedacht hat. Damit es nicht ganz so schwer wird, gibt es - wie bei "Wer wird Millionär" - je vier Antwortvorschläge. So müssen die Teilnehmer beispielsweise beantworten, ob Helmut Löw, Michael Deublin und Georg Schönwalther einst in Eningen als Pfarrer, als Ärzte, als Bierbrauer oder als Nachtwächter tätig waren.

Bevor die Raterunde losgeht, verkündet Ewald Schlotterbeck vom Heimatmuseum, dass der Sieger eine "hölzernen Waschmaschine aus dem Jahre 1807 mit elektrischem Antrieb" nach Hause nehmen dürfe. Während denjenigen, die beim Raten schlecht abschneiden, die Zwangsausweisung aus Eningen droht, scherzt einer der Teilnehmer. Der müsse dann nach Pfullingen auswandern. Es geht also nicht bierernst zu in der Scheune, auch wenn Erika Schlotterbeck, die bei der Veranstaltung als Wirtin agiert, auch Bier serviert.

In den kommenden zwei Stunden rauchen die Köpfe. Es wird gerätselt, gescherzt und sich mit dem Tischnachbarn beraten. Manchmal geben auch die Veranstalter einen Wink mit dem Zaunpfahl. Dennoch bleiben manche Antwortfelder auf den Fragebogen, den die Teilnehmer vor sich liegen haben, leer. Selbst Alteingesessene haben die ein oder andere Schwierigkeit - das Quizteam tischt nämlich teilweise ganz schöne Brocken auf.

Am Ende des Abends - als der Rätsel Lösungen offenbart werden - sind viele Ohs und Ahs zu hören. Manche der Lösungen lösen Erstaunen, andere ein wenig Verärgerung aus. Dass man da nicht selbst drauf gekommen ist! Dennoch ist eines klar, hinzugelernt und Spaß gehabt haben alle bei dieser Veranstaltung. Der Sieger wurde übrigens mit einem von den "Literata"-Frauen gestalteten Geburtstagskalender belohnt, Platz zwei war mit der Teilnahme an einer Nachtwächterwanderung und Platz drei mit einer Führung über die heimischen Streuobstwiesen dotiert. Nach Pfullingen ausgewiesen werden musste übrigens keiner.

Ach ja: Die Herren Löw, Deublin und Schönwalther waren einst in als Seelsorger in Eningen unterwegs.