Reutlingen Palmsonntag: Was uns der Esel zu sagen hat

SWP 31.03.2012

Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche; Touristikunternehmen werben mit der "Santa Semana" in Spanien oder Portugal. Entscheidend ist, in den geprägten Formen der verschiedenen kulturellen Traditionen zu erkennen, was Jesus Christus und sein Einzug auf einem Esel zu sagen hat. Mit diesem Einzug wird offenkundig: Jesus hat keine menschliche Hausmacht hinter sich, keine Wirtschafts- oder Militärmacht, ja auch nicht, wie in diesen Tagen deutlich wird, die in der Öffentlichkeit entscheidende Medienmacht. Er ist nur das, was er ist - eine Anfrage an uns, was uns wertvoll macht und Würde gibt.

In der katholischen Kirchengemeinde St. Wolfgang hat der Palmsonntag sein besonderes Gesicht: Im Hof der Berufsschulen an der Bismarckstraße sammelt sich um 10.30 Uhr die Gemeinde, auch zusammen mit der muttersprachlichen Gemeinde der Italiener, mit einer bunten Vielfalt von Ölbaumzweigen, von Palmstöcken der Erstkommunionkinder und den von der Gemeinde gestalteten Palmstöcken. Begleitet vom Bläserensemble aus Eningen bekennen sich die Gläubigen zu diesem Jesus Christus, der zum Zeichen seines Verständnisses von Herrschaft auf einem Esel einzieht: der leibhaftige Esel macht für Kinder und Erwachsene diese Botschaft eindrücklich.

Nach der Segnung zieht die Prozession über Schul- und Kaiserstraße zur Wolfgangskirche. Die Ministranten konzentrieren ihre Darstellung des Leidensweges Jesu auf wenige Stationen. Mit der Feier der Eucharistie leitet der Weg hinüber in die Heilige Woche mit dem "Triduum", die im Grunde ein einziger Gottesdienst sind: Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern.