Honau Olga die Krone aufgesetzt

Ganz aus Tuffstein ist der rekonstruierte Eingang zur Olgahöhle. Ihn eröffneten nun feierlich (von links) Bürgermeister Peter Nußbaum, Siegfried Leuze (Albverein), Carmen Epple vom Seniorenzentrum und Walter Saur (Albverein).
Ganz aus Tuffstein ist der rekonstruierte Eingang zur Olgahöhle. Ihn eröffneten nun feierlich (von links) Bürgermeister Peter Nußbaum, Siegfried Leuze (Albverein), Carmen Epple vom Seniorenzentrum und Walter Saur (Albverein). © Foto: Jürgen Herdin
JÜRGEN HERDIN 06.06.2015
Der historische ehemalige Eingang der Olgahöhle wurde am Donnerstag feierlich neu eröffnet. Der Honauer Albverein und die Höhlenforschungsgruppe Pfullingen hatten dafür 1000 Arbeitsstunden geleistet.

Der Rettich und die Schweizer Kräuterkäsbrote waren angerichtet, doch zunächst wurde zum 31. Olgahöhlenfest feierlich das Band durchschnitten - zur Eröffnung des ehemaligen und nun wieder "aktiven" Eingangs auf dem Gelände von Martha-Maria. In dieser Außenstelle des Seniorenzentrums - gegenüber des einstigen Lichtenstein-Festpielhauses von 1900/01 - wohnt ein Dutzend Senioren. In einem Pavillon wohnten sie dem Ereignis bei. Und sie waren wichtig für das Projekt, denn sie mussten den Bauarbeiten in ihrem Gärtlein an der Echaz vorab zustimmen.

Natürlich hat auch Carmen Epple als Leiterin beider Einrichtungen viel dazu beigetragen - genauer: "Ich war sofort begeistert". Was es Walter Saur von der Ortsgruppe Honau des Schwäbischen Albvereins und seinen Unterstützern von der Höhlenforschungsgruppe Pfullingen um Frank Schüler einfacher machte, Hand anzulegen. Das Gebäude in seiner ansprechenden Tuffstein-Architektur war irgendwann abgerissen worden, dann kam ein massiver Deckel auf das "Loch", auf dem dann Pflanzen wuchsen. Über Jahrzehnte.

Doch, so Walter Saur, hegte man immer schon den Gedanken, die Olgahöhlen-Begehung wieder zu einem "Rundkurs" zu machen. Die Besucher betreten nun also über den keine 20 Meter entfernten, bisherigen Eingang das Kulturdenkmal, verlassen es dann aber nun über den historischen Eingang. Damit fällt lästiger Gegenverkehr weg. Der Zufall half beim Aufbau. Ausgerechnet zur richtigen Zeit wurde im Ort ein Haus abgerissen - aus Tuffstein. Den besorgte sich das Team um Saur und Schüler, denn authentisch sollte der Wiederaufbau schon sein - es konnte losgehen.

Saur dankte den Mitstreitern "mit ihrer geballten handwerklichen Kompetenz", die in Eigenregie schafften und es auf geschätzt auf 1000 Arbeitsstunden brachten. Begleitet wurde der Festakt vom Posaunenchor Honau mit einem Dutzend Musikern unter der Leitung von Christine Speidel, der zum Abschluss "Mein Echaztal" spielte.

Und im oberen Teil dieses Tales, in Honau, war es 1874 Johann Ziegler, der die Höhle zufällig entdeckte. Bald schon wurde sie zur Schauhöhle, als damals erste in Deutschland mit elektrischer Beleuchtung. Und sie gehörte auch zu den ersten Tuffsteinhöhlen, die erst vor drei Jahren eine moderne LED-Beleuchtung erhielt. Benannt wurde sie nach der württembergischen Königin Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), die selbstverständlich auch schon vor Ort gewesen war.

Und mit Blick auf die Architektur des neu gebauten, alten Eingangs sprach Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum in seinem Grußwort davon, dass nun "der Olgahöhle die Krone aufgesetzt" wurde. Er dankte den zahlreichen Helfern ohne die Höhlenforschungsgruppe zu vergessen, die schließlich mit großem personellen Aufwand der Albvereins-Gruppe auch hilft, wenn es gilt, sachkundig Besucher aus nah und fern zu führen.

"Die einen von uns haben Museen, Wanderheime oder Aussichtstürme, Ihr habt eine Höhle, die ein wahres Kleinod ist", lobte Siegfried Leuze, der stellvertretende Vorsitzende des Lichtensteingaus des Schwäbischen Albvereins.

Carmen Epple als Leiterin des Seniorenzentrums Martha-Maria und dieser Außenstelle im Norden Honaus, gleich an der Echaz, berichtete, dass sie von diesem Projekt "sofort begeistert" war, jedoch nach demokratischem Brauch die Senioren konsultieren wollte.

Und so warben Walter Saur und sein Schwäbischer Albverein für den Neubau des "alten Eintrittshäusles" - mit Erfolg. Epple lobte vor allem die Arbeit Frank Schülers, der in akribischer Arbeit die einzelnen Arbeitsschritte in Wort und Bild dokumentierte.

Info Bis Oktober hat die Olgahöhle an jedem ersten Sonntag des Monats von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen für Gruppen außerhalb der Öffnungszeiten gibt es auf Anfrage bei saur.walter@t-online.de

Warm anziehen! In der Höhle ist es um die zehn Grad frisch.