Am Mittwochabend betrat er in voller Tischtennismontour, begleitet von seinem Vater und Bruder, die Dietweghalle: Hartmut Freund, der vielfache Deutsche Meister im Tischtennis für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung. Seit Januar hat sich der in Bietigheim-Bissingen wohnende ungekrönte Weltmeister der Tischtennis-Spieler mit schwerer geistiger Behinderung der TSG Reutlingen Inklusiv angeschlossen.

Beim 25. Achalm-Cup wird der 47-Jährige erstmals in der Oska-Kalbfell-Halle an der Platte stehen. "Damit geht für Hartmut sein großer Wunsch in Erfüllung", sagte Norbert Freund, während sein Bruder sein bewunderswert großes Können aufzeigte.

Erst vor wenigen Wochen hat er die Malmö Open gewonnen, im September wird er unter rund 1000 Sportlern als einziger deutscher Athlet bei den Global Games - den mit Olympischen Spielen vergleichbaren Weltspielen - die deutschen Farben vertreten. Ohne jegliche Zuschüsse seitens der deutschen Sportverbände haben da Hartmut und Norbert Freund Kosten in Höhe von 5000 Euro zu stemmen. Finanzielle Unterstützung erfahren die Brüder durch den deutschen Tischtennis-Profi Dimitrij Ovtcharov, dreifacher Medaillengewinner, vierter der Weltrangliste und bester nicht-chinesischer Spieler der Welt. Die TSG Inklusiv bemüht sich laut ihrem Abteilungsleiter Albrecht Tappe "ebenfalls um Zuschüsse und Spenden, damit die Reisekosten nicht komplett aus eigener Tasche finanziert werden müssen".