Es sind nicht nur einfach Produkte zu sehen, es sind Gegenstände mit Köpfchen. Witzige Papieruhren, Schneidebrettchen in Form von "geschnitten Brot" oder Schlüsselmäppchen aus Fahrradschläuchen, die beflügelte Fantasie der einzelnen Designer wird in der aktuellen Ausstellung im Rathaus deutlich. Ihre Eröffnung am Montagabend wurde musikalisch von Musikern des Accompagnato-Projekts begleitet.

Als "sehr gelungen" beschreibt Ralph Gottschlich vom Spendhaus die bunte Schau. Bekanntes sei in neuer Art verbunden worden und hinterlasse so manches Mal ein Schmunzeln beim Betrachter.

Organisiert und realisiert wurde die Ausstellung "Design für Alle - Alle für Design", die im Rahmen des Festivals "Kultur vom Rande" gezeigt wird, von vier Sonderpädagogik-Studentinnen der Fakultät für Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg/Reutlingen, Désirée Lempart, Jannika Liehr, Lisa Prieschl, Lena Silber und ihrem Professor Dr. Jörg Michael Kastl sowie von Baff, Lebenshilfe Reutlingen. "Wir haben uns vorher unter anderem bei der Werkstattmesse in Nürnberg über die Werkstattarbeit und ihre Produkte informiert", berichtet Lisa Prieschl.

"Werkstätten gehen neue Wege bei der Gestaltung und der Herstellung von Gegenständen. Sie nutzen bekannte Techniken und Materialien in einer neuen und anderen Art", heißt es in der Ankündigung. Dabei arbeiten Künstler und Designer mit und ohne Behinderung eng zusammen. Recyclingmaterial, Pappmaché, Keramik, verschiedenste Kunststoffe sowie Silber und Filz erhalten dabei Gestalt.

Am Ende entstehen meist einmalige Unikate, die das Prädikat "echte Hingucker" verdient haben. Das beginnt schon bei der Namensgebung, und so kommen ganz kumpelhaft "Horst", "Helga" und "Sigi" und das Bürstentrio der Flensburger Werkstätten "Die Mürwiker". "Lotte", "Mr. Wilson" und "Bazillus" sind dagegen süße Täschchen und Handtuchhalter aus den Werkstätten der Bruderhaus-Diakonie Reutlingen sowie Loony Stuttgart.

Daneben tummeln sich die Kunsttässchen "Kirschlikör und Würfelzucker" sowie "Lissi und Sissi" des Mariaberger Ateliers 5 wie auch der Monsterkorb rot, die Porzellan-Doppelschale, das Körbchen Frühstückswiese und vieles mehr. So gibt es Neues, Erstaunliches, Unerwartetes, Einfaches und Nützliches, einfach Design aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Insgesamt elf Werkstätten aus ganz Deutschland sind an dem Projekt beteiligt.

Am Ende der Ausstellung sollen die Objekte verkauft werden. Eine Bestellliste liegt aus.

Öffnungszeiten

"Design für Alle - Alle für Design": Die Ausstellung, die im Rahmen des "Kultur vom Rande"-Festivals im Foyer des Rathauses, Markplatz 2, gezeigt wird, ist bis Mittwoch, 30. Juli, montags bis freitags 8 bis 18 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr sowie samstags von 8 bis 13 Uhr zu sehen.

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