Pfullingen Obacha cool und ganz schön knitz

Ganz schön bunt: Helmut Bachschuster und Ewald Mayer (2. und 3. v. rechts) überreichen das Pfullingen-Bild in der Buchhandlung von Nicole Ludwig (rechts) an den stellvertretenden Bürgermeister Martin Fink und die Hauptamtsleiterin Katja Anton-Kalbfell.
Ganz schön bunt: Helmut Bachschuster und Ewald Mayer (2. und 3. v. rechts) überreichen das Pfullingen-Bild in der Buchhandlung von Nicole Ludwig (rechts) an den stellvertretenden Bürgermeister Martin Fink und die Hauptamtsleiterin Katja Anton-Kalbfell. © Foto: Evelyn Rupprecht
Von Evelyn Rupprecht 14.11.2018

Links der Pfulben, rechts die Baumann’sche Mühle, oben der Schönbergturm, unten die Martinskirche und mittendrin Bubaschenkele-Gebäck, ein Skispringer, das Sprechgitter am Kloster und das Schaffwerk, über dem der Geist von Peter Kramer wacht: In 20 Kästchen sind 20 Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten zu sehen, die Pfullingen zu bieten hat. Allein die Klostermühle ist längst aus dem Stadtbild verschwunden und findet trotzdem ihren Platz auf dem knallbunten Wandgemälde von Helmut Bachschuster. Sie sei ein „Daumenabdruck der Vergangenheit“, der zeige, dass man mit solchen Bauwerken anders umgehen müsse, sagt der Pfullinger Künstler mit Blick auf die Klostermühle, die nur noch virtuell existent ist. Womit auch klar wäre: Es geht Bachschuster mit dem Bild nicht um Heimattümelei, sondern darum, einen kritischen und knitzen Blick auf Pfullingen zu werfen. „Er ist mit Schalk, aber auch mit einem ernsten Hintergrund unterwegs“, befand der stellvertretende Bürgermeister Martin Fink, als er das Bild, das ein Geschenk an die Stadt sein sollte, am Dienstag aus den Händen des Künstlers entgegennahm. Wobei das Wandgemälde nur ein kleiner Teil dessen ist, was Bachschuster zusammen mit dem Landauf.landab-Verlag auf den Markt gebracht hat.

Es sind Postkarten und Magneten, Jute-Taschen, Tassen und viele andere Geschenkartikel mehr, die der Kunstschaffende mit grafisch neu gestalteten Pfullinger Motiven versehen hat. „Edition Bachschuster“ nennt sich das Projekt, zu dem der Grundstein bereits im Jahr 2010 gelegt wurde. Damals war Ewald Mayer, ein Pfullinger, der seit Langem als Verlagsvertreter in Nordrhein-Westfalen arbeitet, zusammen mit Bachschuster auf der Alb wandern – und hat sich gefragt, „ob es irgendwas gibt, wo schwäbische Sprüche drauf stehen“. Gab es nicht. Also wurde die Edition Käpsele im Horber Landauf.landab-Verlag ins Leben gerufen – die den schwäbischen Sprüchen im Nu zu Kultstatus verholfen hat.

Mit der neuen Edition, die sie jetzt in der Buchhandlung am Laiblinsplatz präsentierten, gehen Bachschuster und Mayer indes noch sehr viel konkreter auf ihre Heimatstadt Pfullingen ein. Die Motivwahl und die gesamte Gestaltung waren für den Künstler „eine Herausforderung“, weil ihm auch viel am Thema Bürgerbeteiligung gelegen ist und er mit Bildelementen wie dem von der Klostermühle den Finger in alte Wunden legt und auf längst begangene Bausünden verweist.

Der stellvertretende Bürgermeister jedenfalls bedankte sich am Dienstag für das Bild, das er mit ins Rathaus nehmen durfte, aber auch dafür, dass es die gesamte Edition gibt  – „und ich endlich Sachen aus Pfullingen habe, die ich in unsere Partnerstadt mitbringen kann“. Was der Künstler und der Verleger da auf die Beine gestellt haben, findet Martin Fink übrigens „obacha cool“, eine Formulierung, die er einem früheren Werk von Helmut Bachschuster entnommen hat. Zu erstehen ist das Sortiment nun in der Buchhandlung von Nicole Ludwig am Laiblinsplatz.

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