Reutlingen Nuhr ein Traum? Von wegen!

OTTO PAUL BURKHARDT 13.02.2015
Gut zwei Jahre läuft sie nun, die Stadthalle. Und es tut sich was: Größen wie Olaf Schubert, Sascha Grammel und Dieter Nuhr kommen erstmals hierher.

Wen würde er gern in die Stadthalle holen? Das fragten wir Mitte 2012 Klaus Krumrey - der erfahrene Manager war damals engagiert worden, um die Eröffnung des Neubaus Anfang 2013 erfolgreich über die Bühne zu bringen.

Seinerzeit war viel von David Garrett und Cecilia Bartoli die Rede. Diese Namen wurden sogar im Gemeinderat genannt, um den Verantwortlichen kulturellen Appetit zu machen. Zurück zu Klaus Krumrey: Unter den Künstlern, die der Hallen-Manager damals unter dem Motto "Träumen ist erlaubt" gerne in die Stadthalle geholt hätte, waren Anna Netrebko und - Dieter Nuhr.

Dass Anna die Große in der Stadthalle auftritt, wird auch bis auf Weiteres höchst unwahrscheinlich bleiben - zuletzt hatte sie mit einem umstrittenen Foto für Aufsehen gesorgt, auf dem sie mit der Fahne "Neurusslands" und mit dem Separatistenführer Oleg Zarjow posierte - der wiederum steht auf der schwarzen Sanktionsliste der EU.

Okay, vergessen wir Netrebko. Aber der andere Wunschkandidat Krumreys, Dieter Nuhr, kommt jetzt tatsächlich mit seiner Show "Nuhr ein Traum" in die Stadthalle Reutlingen - am 23. April. Nuhr gab's zwar schon 2009 in Reutlingen. Dennoch zeigt sich: Die Stadthalle hat sich auf der Liste der Zentren etabliert, die von Top-Künstlern und -Agenturen gebucht werden.

Davon konnte die Halle schon etliche begrüßen: Der international renommierte Jazzrock-Gitarrist Al Di Meola sei hier genannt (veranstaltet vom franz.K), aber auch der wohl berühmteste deutsche Jazz-Saxophonist aller Zeiten, Klaus Doldinger (verpflichtet von der Württembergischen Philharmonie).

Gerade jetzt im Frühjahr geht es in bisher nie dagewesener Spaß-Prominentendichte los: Dass Olaf Schubert am 5. März nach Reutlingen kommt - auch dies dürfte der Halle zu verdanken sein. Der sächselnde Comedian, der seinen Klarnamen nicht preisgeben will und dessen Zeitanalysen irgendwo zwischen Nonsense und Philosophie angesiedelt sind, ist durch seine Auftritte in der "heute-show" - als politischer Gaga-Kommentator - noch populärer geworden. Sein Markenzeichen ist ja der Rauten-Strickpullunder, unter dem Oberarme hervorlugen, die all das lächerlich machen, was sich Leute wie Stallone und Schwarzenegger immer verbissen antrainiert haben. Olaf Schubert, "das Wunder im Pullunder", kommt jetzt also auch in die Stadthalle.

Ein paar Tage drauf, am 11. März, geht's gleich weiter mit Top-Comedy: Sascha Grammel, der knuddlige Spandauer Blondschopf und Bauchredner, präsentiert sein neues Programm. Das heißt - fast - genauso wie die beliebte Redewendung: "Keine Anhung". Fast eben, bis auf den kleinen Buchstabendreher. Grammels Tour ist nahezu ausverkauft, auch sein Gastspiel in Reutlingen. Na gut, in Ludwigsburg und Innsbruck gibt's noch Karten. Dieter Nuhr und Urban Priol (der schon mal hier war und am 14. März gebucht ist) werden von S-Promotions vermarktet. Zusammen mit Olaf Schubert und Sascha Grammel stehen diese bekannten Namen für einen weiteren spürbaren Attraktivitäts-Quantensprung des Veranstaltungsorts Reutlingen.

Das hat sicher mit der Stadthalle zu tun. Aber nicht zuletzt auch mit dem Kulturzentrum franz.K: Denn für die Gastspiele von Olaf Schubert und Sascha Grammel zeichnet das franz.K verantwortlich - bei Schubert alleine und bei Grammel in Kooperation mit dem Pforzheimer Kulturhaus Osterfeld.

Comedy und Kabarett in der Stadthalle - Eine Auswahl

· Freitag, 20. Februar, 20 Uhr: Kaya Yanar (ausverkauft)

· Sonntag, 1. März, 19 Uhr: SWR3 Comedy live - mit Christoph Sonntag

· Donnerstag, 5. März, 20 Uhr: Olaf Schubert

· Mittwoch, 11. März, 20 Uhr: Sascha Grammel (ausverkauft)

· Samstag, 14. März, 20 Uhr: Urban Priol

· Montag, 16. März, und Dienstag, 17. März, jeweils 20 Uhr: Hannes und der Bürgermeister

· Freitag, 27. März, 20 Uhr: Martina Schwarzmann

· Donnerstag, 23. April, 20 Uhr: Dieter Nuhr

· Dienstag, 5. Mai, 20 Uhr: SWR3 Comedy live - mit Andreas Müller

SWP