Reutlingen Neues Schwerpunktthema: „Nur Mut!"

Jahresversammlung des Katholischen Bildungswerks: Bernhard Bosold, Vorsitzender des Trägervereins, zog eine positive Bilanz.
Jahresversammlung des Katholischen Bildungswerks: Bernhard Bosold, Vorsitzender des Trägervereins, zog eine positive Bilanz. © Foto: Bildungswerk
Reutlingen / RALF OTT 12.07.2016
Kürzlich hat sich die Katholische Erwachsenenbildung im Kreis Reutlingen (KEB) zu ihrer Jahresmitgliederversammlung getroffen.

Die Mitgliederversammlung nahm dabei die Berichte des Vorsitzenden und des Leiters entgegen, verabschiedete den Haushalt und befasste sich in ihrem Studienteil mit dem neuen Schwerpunktthema 2016/17 „Nur Mut!“.

In seinem Bericht vor den Delegierten aus Kirchengemeinden, Gruppen, Verbänden und kooperierenden Institutionen erinnerte der Vorsitzende des Trägervereins, Schuldirektor i.R. Bernhard Bosold, an das Jubiläum der Menschen-und-Themen-Zeitgespräche. Der Chefredakteur des ZDF, Dr. Peter Frey, war Gast der 100. Veranstaltung der Reihe am Reutlinger Marktplatz gewesen. Laut Bosold macht die Menschen-und-Themen-Reihe deutlich und erfahrbar, was katholische Erwachsenenbildung im besten Sinne ist: „ein sensibles, weltoffenes, waches und nachdenkliches Gesprächsangebot an alle Menschen. So werde sichtbar und erlebbar, was Kirche sein kann: Wegbegleiterin der Menschen, Zeitgenossin bei der Suche nach einer menschlichen Gesellschaft und einem erfüllten Leben.“

Auch die vom Philosophen Thomas Gutknecht gestaltete Reihe „Philosophisches Sonntagsforum“ feierte im vergangenen Herbst mit der 200. Veranstaltung Jubiläum. Bosold: „In kluger und sensibler Weise werden hier philosophische und theologische Themen mit zeitgeschichtlichen und aktuellen Fragen verknüpft.“

Bosold betonte schließlich, dass das neue Schwerpunktthema des Bildungswerks 2016/17 „Nur Mut!“ Anliegen, Sorgen und Ängste der Menschen in „unserer“ Gesellschaft anspricht und zugleich etwas von der Freude und der Hoffnung spürbar machen will, die Christinnen und Christen trägt.

Bildungswerkleiter und Geschäftsführer Paul Schlegl informierte in seinem Bericht über die KEB-Leistungsstatistik des vergangenen Jahres. Er konnte einen absoluten Rekord seit Bestehen der Einrichtung bekannt geben: In 2015 wurden 18?394 Unterrichtseinheiten mit insgesamt 61?667 Teilnehmern verbucht. Das ist bei den Unterrichtseinheiten eine Steigerung um 42,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zurückzuführen sei  dieser Boom auf neue Kooperationspartner im KEB-Netzwerk, aber auch auf immens viele Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik.

Schlegl wies besonders auf die KEB-Aktivitäten zur Familienbildung hin, für die die Bildungsreferentin Maria Dombrowsky federführend ist. Er gab ferner ausführliche Einblicke zum Veranstaltungsbereich „Migration und Flüchtlinge“, der seit dem vergangenem Jahr stark angewachsen ist. Schlegl: „Die KEB ist Teil der großen zivilgesellschaftlichen Bewegung, die sich für die Flüchtlinge, Migranten und Fremden einsetzt, engagiert und eine Willkommenskultur nachhaltig gestalten will. Dabei werden die Probleme nicht übergangen, insgesamt jedoch die Zuversicht und der Mut in die Mitte gerückt mit der Überzeugung: ‚Wir schaffen das!‘. Wenn es gelingt, den Neuankömmlingen offen und partnerschaftlich zu begegnen, können alle in unserer Gesellschaft angeregt und bereichert werden.“ Die Bildungsaktivitäten, führte Schlegl bei der Versammlung aus, konzentrierten sich in letzter Zeit darauf, die Thematik in der breiten Öffentlichkeit zu verhandeln, durch die Unterstützung von Asylcafés Deutschunterricht für Flüchtlinge zu ermöglichen sowie Fortbildungen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit anzubieten.

Im Studienteil zum neuen Schwerpunktthema „Nur Mut!“ befasste sich die Jahresversammlung mit zwei gesellschaftlich und persönlich relevanten Fragen: Wofür brauchen Menschen in unserer Gesellschaft jetzt Mut? Welche Bildungsveranstaltungen hierzu wünsche ich mir?

Einen inhaltlichen Impuls gab Vorstandsmitglied und Citykirchen-Seelsorgerin Ulrike Neher-Dietz. Sie beschrieb Gewalt, Krieg und Zerstörung als Ursachen für Flucht in verschiedenen Problemzonen der Welt und sie ging auch auf die Angst ein, mit der viele in unserer Gesellschaft auf das Fremde reagieren.

„Doch Angst ist ein schlechter Ratgeber“, betonte Ulrike Neher-Dietz, „und klar ist auch, dass sich vieles ändert und die Vielfalt wachsen wird. Deshalb bedarf es der Ermutigung und der Unterstützung des gesellschaftlichen Engagements.“

Gemeinsam überlegte die Jahresversammlung, wie die einzelnen Themenaspekte im Rahmen der offenen Bildungsarbeit in nächster Zeit fundiert und differenziert behandelt werden können.

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