"Die Internationalität nimmt auch im Haus der Familie zu, wir sind da auf dem goldrichtigen Weg". Dessen Geschäftsführer Frieder Leube freut es, dass es Teilnehmenden, die einen "Ferda-Bildungspass haben", nun ermöglicht wird, für nur 30 Euro alle Angebote der Elternschule zu besuchen. Außerdem bekommen sie Kurse der Volkshochschule und des Hauses der Familie um 75 Prozent reduziert. Es ist ein starkes Bündnis: "Ferda", die internationale Elternschule, ist ein gemeinsames Projekt des - und auch entstanden aus - dem Familienforum und dem Lokalen Bündnis für Familien im Kreis Reutlingen. "Ferda" ist im Türkischen und im Kurdischen ein Mädchenname. Mit im Boot sind Kooperationspartner wie das Kreisbildungswerk und das Haus der Familie sowie die Volkshochschule Reutlingen. Das Angebot richtet sich an zumeist ausländische Mitbürger, vor allem auch bildungsbenachteiligte Schichten in der Bevölkerung.

Froh ist Suzan Karaby vom muslimischen Frauenforum darüber, "dass jetzt auch Kinder eingebunden werden können, denn für viele Eltern reichte es früher finanziell nicht", diese auch in Kurse zu schicken. Eine wissenschaftliche Begleitung erfährt "Ferda" durch die Fachhochschulen. Susanne Stutzmann als eine der Ansprechpartner des Projekts weiß von einem "mittlerweile großen Netzwerk", insgesamt sind um die 80 Leute eingebunden. Und das "Ferda"-Cafe als Treffpunkt baue zudem Hemmschwellen ab. In den sechs Jahren der Elternschule habe allein die Volkshochschule rund 3000 Menschen Deutsch beigebracht, so deren Leiter Dr. Ulrich Bausch. Es gelte, Bildung so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen, gerade solchen, die finanziell schwach oder bildungsfern seien.

Thomas Becker, bei der VHS zuständig für die Kooperation, verwies auf die Anfänge der türkischen Elternschule mit Dolmetschern und auf die russische Elternschule. Bei allem gelte, dass nichts starr vorgegeben sei: "Wir folgen den Interessen der Teilnehmer", so Becker, "die Zielgruppen sollen mitgestalten." Sehr heterogen seien die Gruppen bisweilen, weiß Susanne Stutzmann als Ansprechpartnerin speziell für dieses Projekt. Die Menschen kommen aus Afrika, Russland, dem Maghreb, aus Süd- und Mittelamerika. Außerdem seien im Rahmen der Begegnung auch deutsche Frauen mit dabei. Ob EDV-Kurse, Sprachkurse, aber auch Näh- und Kochkurse - das Angebot ist recht vielfältig. Mehr Informationen gibt Susanne Stutzmann unter Telefon: (0163) 972 97 21.