Reutlingen Neue Plattform zur Mitgestaltung

Jugendforums-Treffen in der Stadthalle: Das Experiment ist gelungen. Foto: Jürgen Spieß
Jugendforums-Treffen in der Stadthalle: Das Experiment ist gelungen. Foto: Jürgen Spieß
Reutlingen / JÜRGEN SPIESS 09.05.2014
Eine gelungene Premiere: Am Mittwoch trafen sich mehr als 160 Jugendliche in der Stadthalle mit dem Ziel, sich an der Kommunalpolitik zu beteiligen. Das neu geschaffene Jugendforum traf auf großes Interesse.

Vorschläge diskutieren, etwas nach eigenen Vorstellungen schaffen, Ideen verwirklichen, sagen, was Sache ist: Darum geht es nicht nur in der kommunalen Politik, auch viele Jugendliche wollen mitgestalten, sich einbringen und eigene Vorstellungen umsetzen. Aber häufig fehlt es an Möglichkeiten oder an Mut und Eigeninitiative, Projekte anzupacken. Deshalb hat das Amt für Schulen, Jugend und Sport mit Unterstützung des Jugendgemeinderats, des Stadtjugendrings und der Stiftung Jugendwerk das Projekt "Wir sind Reutlingen" ins Leben gerufen.

Hintergrund der Initiative: Jugendliche von 14 bis 18 Jahren konnten Ideen zusammentragen, was sie im Ort vermissen und was sie verbessern wollen. Dazu startete im März eine Thementour durch Schulen und Jugendeinrichtungen im Stadtgebiet, bei der mehr als 250 Themen von Jugendlichen zusammengetragen wurden. Die zentrale Frage hieß: "Was möchtest du in deiner Stadt verbessern oder ändern?"

Anschließend wurden die Themen vom Jugendgemeinderat in 19 Kategorien aufgeteilt. Über soziale Netzwerke wie Facebook und Online-Votings wurden die Themen im April zur Wahl gestellt, unter denen sich fünf Kategorien herauskristallisierten: Ideen für Baumaßnahmen, Handy/Internet/Medien, Jugendplätze/Veranstaltungen, Freibad und Busverbindungen. Mit diesem Themenkomplex beschäftigten sich nun am Mittwoch die Jugendlichen und sammelten alle Ideen auf großen Plakatwänden.

Am Mittag stießen dann die geladenen Vertreter aus Kommunalpolitik und Stadtverwaltung zum Jugendforum, um sich von den Jugendlichen über deren Ideen informieren zu lassen. Das Spannende daran: Die Jugendlichen kommen ins Gespräch mit den Stadträten und müssen versuchen, sie als Paten für ihr Anliegen zu gewinnen. Denn: Ziel ist es, die Themen mithilfe der Paten weiter zu verfolgen und als Idealfall in die Tat umzusetzen. Das Organisationsteam, das sich aus Johanna Cless (Jugendreferentin Betreuung Jugendgemeinderat), Regina Schaller (Jugendreferentin Jugendbeteiligung), Ramona Mader (Praktikantin der Abteilung Jugend) sowie den Jugendgemeinderatsmitgliedern Aylin Kaygin, Victoria Heinzmann, Sarah Butz und Jonathan Seitz zusammensetzt, werden nun die fast 40 eingereichten Patenanträge durchgehen und zu Treffen von Paten mit den Jugendlichen einladen.

Verschiedene Stadträte meldeten sich am Ende der Veranstaltung zu Wort und lobten sowohl die Organisation des ersten Jugendforums als auch die fundierte Themenauswahl und Kommunikationsfreude der Jugendlichen: "So viele junge Leute mit so vielen Stadträten in einem Raum habe ich noch nie erlebt", freute sich der seit 20 Jahren im Gemeinderat vertretene Thomas Ziegler von der RSÖ-Fraktion. Und Dr. Carl-Gustav Kalbfell (FDP) ergänzte: "Ich war baff erstaunt, wie viele Themen vorgeschlagen wurden, die zudem gut umsetzbar sind". Zweifellos ist das Experiment Jugendforum gelungen und eine fruchtbare und spannende Form der Beteiligung für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, um sich an der Kommunalpolitik zu beteiligen. Vor allem, wenn mit so viel Enthusiasmus agiert wird wie von den mehr als 160 Jugendlichen. Dafür gab es am Ende noch eine attraktive Verlosung von zahlreichen Gutscheinen und als Hauptpreis zwei Saisonkarten fürs Reutlinger Freibad.

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