Verkehr Neue Baustellen in der Stadt

Heute im Laufe des Tages wird die Silberburgstraße im Zuge der Baumaßnahmen zur Erweiterung des Fernwärmenetzes zur Einbahnstraße. Autofahrer können dann nicht mehr in Richtung Karlstraße fahren.
Heute im Laufe des Tages wird die Silberburgstraße im Zuge der Baumaßnahmen zur Erweiterung des Fernwärmenetzes zur Einbahnstraße. Autofahrer können dann nicht mehr in Richtung Karlstraße fahren. © Foto: Eissler
Reutlingen / Carola Eissler 13.03.2018

Jetzt kommt die Nagelprobe für die Autofahrer in Reutlingen. Die Fair-Netz richtet gleich mehrere Baustellen ein. In den nächsten Wochen und Monaten werden Straßensperrungen, Verengungen, Baustellen in der Innenstadt den Verkehr behindern. Davon betroffen sind bis Jahresende die Gartenstraße, bis September  die Karlstraße und die Silberburgstraße, bis Oktober die Seestraße. „Wir wissen um die derzeitige Verkehrsproblematik“, sagt Martin Hermle von der Fair-Netz.

Die Baumaßnahmen zum Ausbau der Fernwärme in der Innenstadt und Oststadt einerseits und zur Erneuerung von Gas- und Wasserleitungen andererseits seien aber schon lange geplant. Dass nun die Verkehrsproblematik durch die Umsetzung des Luftreinhalteplans hinzu kamen, konnte niemand ahnen. „Es wird für uns das bauintensivste Jahr für die Fernwärme“, sagt Georg Arentz, Leiter der Technischen Dienstleistungen. Das derzeit etwa 32 Kilometer lange Fernwärmenetz wird um weitere 2,5 Kilometer ausgebaut. „Wir investieren allein vier Millionen Euro für den Leitungsbau.“

Was wird gemacht? Da ist zunächst die Gartenstraße, in der auf der kompletten Länge und in drei Bauabschnitten bis November die Gas- und Wasserleitungen erneuert werden. Die Baustelle wurde gestern eingerichtet. Die Leitungen sind alt, stammen aus dem Jahr 1944 beziehungsweise 1960. Der erste Abschnitt beginnt im unteren Teil zwischen Karlstraße und Schulstraße, die Baukolonnen werden sich dann sukzessive nach oben arbeiten. Zum Schluss werden die Hausanschlüsse fertiggestellt und es erfolgt die so genannte Umbindung.

Es gebe sehr viele Schäden, die Fair-Netz müsse handeln, erklärt Hermle. Dass der Untergrund noch in diesem Jahr komplett hergestellt werden muss, hängt auch mit dem Stadtbuskonzept zusammen. Wie berichtet sollen Busse in Zukunft, möglicherweise sogar die Regionalstadtbahn, über die Gartenstraße fahren. Dazu braucht es aber einen erneuerten und stabilen Untergrund.

Wegen der Baustelle fallen in Fahrtrichtung jeweils die linken Parkplätze weg, die Gartenstraße wird im Baustellenbereich einspurig. „Die Gartenstraße wird fast das ganze Jahr über eine Baustelle sein“, sagt Hermle.

Noch heftiger dürfte sich die zweite große Baumaßnahme der Fair-Netz auf den Verkehr auswirken. Es geht um den Ausbau des Fernwärmenetzes und um den späteren Anschluss an das neue Heizwerk, das derzeit an der Bahnhofstraße hochgezogen wird. Bereits heute im Laufe des Tages wird die Silberburgstraße halbseitig gesperrt und kann dann ab der Karlstraße nur noch einspurig in Richtung Bundesstraße/Am Heilbrunnen befahren werden. Autofahrer, die in die entgegengesetzte Richtung möchten, müssen den Umweg über die ebenfalls halbseitig gesperrte Bahnhofstraße und Bismarckstraße nehmen.

Ab etwa Mitte April werden dann zusätzlich die beiden stadteinwärtigen Spuren der Karlstraße zwischen Silberburgstraße und Bismarckstraße gesperrt, der Verkehr wird auf die verbleibenden zwei Spuren mit Begegnungsverkehr der stadtauswärts Fahrenden umgelenkt. Es wird auf jeden Fall eng. Diese Bauarbeiten dauern bis September. Davon beeinflusst ist auch das untere Teilstück der Charlottenstraße, weil das Schulzentrum des Landkreises zur nächsten Heizperiode an das Fernwärmenetz angeschlossen wird. Damit die Schüler während der Prüfungen nicht gestört werden, sollen diese Arbeiten erst kurz vor den Sommerferien beginnen. „Möglicherweise arbeiten wir dann im Zweischichtbetrieb“, sagt Alexander Stephan von der Fair-Netz.

Und dann wird ab heute auch noch eine weitere Baustelle eingerichtet und zwar in der Seestraße. Auch dort geht es um das Fernwärmenetz und den Anschluss der Oststadt. Denn in Zukunft sollen auch das Isolde-Kurz-Gymnasium, Polizei und Finanzamt hierüber versorgt werden. Konkret geht es um einen Leitungsanschluss von der Lindachstraße über die B 312 hinweg und zum Leonhardsplatz. Eigentlich wollte die Fair-Netz diese Maßnahme erst 2019 in Angriff nehmen, doch auch hier spielte das zukünftige Stadtbuskonzept mit hinein. Weil am Leonhardsplatz ein wichtiger Wendepunkt für die Busse eingerichtet werden soll, muss der Untergrund auch hier fertig saniert sein. In etwa vier bis sechs Wochen wird die Seestraße zwischen Albstraße und Burgstraße ebenfalls zur Einbahnstraße.

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