Mit der Einführung eines Negativzinses, unter anderem für bestimmte Tages- und Festgeldkonten von Privatkunden, hat die Volksbank Reutlingen jüngst für Schlagzeilen gesorgt. Über den Preisaushang der Bank wurden Kunden darüber informiert, dass künftig Zinsen für ihre Geldanlage auf bestimmten Tages- oder Festgeldkonto fällig würden. Einer rechtlichen Prüfung durch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg habe die Einführung dieser Negativzinsen nicht standgehalten, wie es in einer Mitteilung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg heißt. Die Verbraucherzentrale hat eine Abmahnung an die Volksbank geschickt und fordert sie damit auf, das rechtswidrige Verhalten einzustellen, künftig keine Negativzinsen für die betroffenen Tages- und Festgeldkonten mehr zu erheben und eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben.

Ob die Negativzinsen tatsächlich erhoben oder nur bekannt gegeben werden sei für die Bewertung und als Grundlage der Prüfung unerheblich, heißt es von Seiten der Verbraucherzentrale. Durch die Ankündigung im Preisaushang seien die Negativzinsen automatisch Vertragsbestandteil bestehender und künftiger Verträge.

Die Volksbank Reutlingen hat am Dienstag auf die Abmahnung reagiert. „Sollten wir unseren Anspruch zukünftig einmal geltend machen wollen, informieren wir unsere Kunden natürlich frühzeitig über diese Änderung, so dass diese zum Beispiel ihr Geld auch anders anlegen können. Die Möglichkeiten hierzu sind ja vielfältig.“ Die Bekanntgabe der Negativzinsen im Preisaushang sei damals“, schreibt Pressesprecherin Andrea Anstädt „rechtlich geprüft und für rechtskonform erklärt“ worden. „Durch die Einschätzung der Verbraucherschützer ist nun eine neue Sachlage eingetreten, die wir sorgfältig prüfen und bewerten müssen. Dies geschieht aktuell.“