Reutlingen Nazis kommen nicht

Gegenkundgebung am Listplatz: Rund 100 bis 150 Demonstranten waren gestern Abend gekommen, um gegen die geplante Aktion der Rechten zu protestieren.
Gegenkundgebung am Listplatz: Rund 100 bis 150 Demonstranten waren gestern Abend gekommen, um gegen die geplante Aktion der Rechten zu protestieren. © Foto: Ralf Ott
Reutlingen / RALF OTT 28.07.2016

Der Mord an einer 45-jährigen polnischen Frau bot Anlass für die „Identitäre Bewegung“ für Mittwoch eine Kundgebung auf dem Reutlinger Marktplatz anzumelden. Es gab dort allerdings nur eine kurze „Fotoaktion“, die wenig später am Gartentor wiederholt wurde. Beteiligt waren laut Stadt keine Reutlinger. In den sozialen Medien wiederum war am Dienstag ein „Trauermarsch“ von der Nazigruppe „Grenzgänger Neckar-Alb Schönbuch“ angekündigt worden. Startpunkt sollte am Bahnhof sein. Von Seiten der Linken wurden noch am Dienstagabend zwei Gegenkundgebungen angemeldet und zwar für den Listplatz sowie den Federnseeplatz. „Damit soll der Raum in dem das Verbrechen geschehen ist abgedeckt werden“, sagte ein Teilnehmer. Allerdings blieben die rund 100 bis 150 Gegendemonstranten am Bahnhof unter sich. Die Polizei war darauf vorbereitet, mit entsprechenden Einsatzkräften ein etwaiges Zusammentreffen beider Seiten zu verhindern – dazu kam es aber nicht und bei der Kundgebung selbst gab es ebenfalls keinerlei Vorkommnisse, wie Polizeisprecherin Andrea Kopp nach dem Ende des Einsatzes mitteilte. „Wenn die Rechten nicht kommen, ist das für uns ein Erfolg“, sagte Timo Widmaier, der zusammen mit der Reutlinger Linke-Stadträtin Jessica Tatti die Gegenkundgebungen angemeldet hatte. Die Veranstaltung auf dem Federnseeplatz fand letztlich nicht mehr statt.

Auf der Kundgebung wurde die Instrumentalisierung des Verbrechens durch Nazis für die pauschale Hetze gegen Flüchtlinge angeprangert. „Das geschieht jedoch auch in der Mitte der Gesellschaft“, kritisierte eine Rednerin.

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