Die Hänge im Zellertal oberhalb des Nussbaumwegs des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Lichtenstein sind als Pflegezone im Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausgewiesen und stehen damit unter Naturschutz. Es reicht jedoch nicht aus, wenn Parlamente und Behörden viele Gebiete und Einrichtungen unter Naturschutz oder Denkmalschutz stellen, sondern es müssen auch die Mittel zum Erhalt der geschützten Flächen und Objekte zur Verfügung gestellt werden. Nur durch die Änderung des Schutzstatus wird nicht viel erreicht, erklärt der Vorsitzende des OGV Alfons Reiske. Wenn man Schutzgebiete ausweist, müsse man auch die Finanzierung für den Erhalt dieser Gebiete regeln.

Beitrag für den Klimaschutz

Die Gemeinde Lichtenstein hat sehr viele Flächen als Schutzzonen ausgewiesen – in der Relation zur Größe der Gemeinde möglicherweise mehr als viele andere Gemeinden im Land. Doch ohne Pflege kann man diese Schutzzonen nicht erhalten. Deshalb unterstützt der OGV Lichtenstein als Verein die Gemeinde auf diesem Gebiet. Damit leistet der Verein einen konkreten Beitrag für den Klimaschutz. „Dazu sind keine  großen Demonstrationen nötig, sondern die Vereinsmitglieder legen selbst Hand an, um unsere Umwelt zu verbessern“, erklärt der OGV in einer Pressemitteilung. Wiesen, die gepflegt und gemäht werden, nehmen etwa dreimal mehr Wasser auf, als ungepflegte von Unkraut und Hecken überwucherte Flächen. Artenschutz und  Hochwasserschutz funktionieren aber nur, wenn die Wiesen mehr Wasser aufnehmen können und so der Grundwasserspiegel wieder aufgefüllt wird.
Der Vorsitzende des OGV Lichtenstein Alfons Reiske hat mit seinen zahlreichen Helfern das Roden der Hecken an den Hängen am Eingang des Zellertales in Lichtenstein-Unterhausen nun nahezu abgeschlossen. Der OGV Lichtenstein rede nicht nur vom Naturschutz, sondern praktiziere ihn. Dichte Dornenhecken, die der Sukzession des Waldes Vorschub leisten und in denen  keine Pflanzen und Blumen wachsen, nützen keinem.
Nun sind die Dornenhecken weg. Der OGV Lichtenstein hat 15 alte Nussbäume und einige alte Obstbäume freigeschnitten und wartet jetzt darauf, was im Frühjahr dort wieder alles wächst – von seltenen Wildblumen bis zu Orchideen, die früher hier geblüht haben.

Mehr Mitglieder gesucht

„Bei steigenden Temperaturen hilft es nicht, zu jammern und zu klagen, sondern man muss gezielt handeln“, so der OGV. „Dafür werden noch mehr Helfer benötigt und mehr Anerkennung und Unterstützung von der Gesellschaft für die mühevolle Arbeit im Naturschutz. Wir können das Klima nicht beeinflussen aber wir können unser regionales Kleinklima ändern.“
Deshalb freue sich der Obst- und Gartenbauverein auf Menschen, die ihn auf seinem Weg begleiten und unterstützen. Der OGV Lichtenstein ruft dazu auf, Mitglied in einem OGV zu werden und die Aktionen zum Schutz der Natur durch persönlichen Einsatz zu unterstützen.