Eningen Nahwärme-Konzept für die "Wenge"

ANGELA STEIDLE 14.10.2014
Die Eninger wollen bauen. Nicht in Nachbargemeinden und nicht irgendwann, sondern auf der "Wenge" - und das am liebsten noch in diesem Jahr.

Die Machbarkeitsstudie zu Nahwärmekonzepten der Gemeindeverwaltung passt da überhaupt nicht ins Kalkül. Sie verzögere alles nur unnötig und führe womöglich zu einem Anschlusszwang für die Bauherren, beklagte sich jetzt eine Eninger Bürgerin in der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssitzung.

Eine Kurzanalyse der landeseigenen Klimaschutz- und Energieagentur KEA zu einer Studie der Fair-Energie hatte unter anderem moniert, dass der Reutlinger Energieversorger mit Nahwärme-Konzepten aus dem Jahr 2009 operiere. Der Gemeindeverwaltung ging es darum, "in Zeiten der Energiewende" zu klären, ob es eine für Eninger Verhältnisse wirtschaftliche Alternative zur konventionellen Gasheizung gibt. "Kein einzelner Bauherr kann sich ein Nahwärmekonzept leisten", argumentierte GAL-Gemeinderätin Annegret Romer, "das ist Aufgabe der Gemeinde".

Gerd Sonntag von den Freien Wählern: "Ich möchte die Vor- und Nachteile von einem neutralen Fachmann geklärt haben. Die Bauwilligen müssen darüber in einer öffentlichen Veranstaltung informiert werden". Für Sonntag ist das eine Frage von "Transparenz und Akzeptanz". Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende, Christine Hummel, sprach sich für die Machbarkeitsstudie aus. Die CDU vertrat geschlossen die Ansicht: "Das Geld können wir uns sparen!" "Es kommen in nächster Zeit einige neue Gesetze auf uns zu, die einem Nahwärmekonzept widersprechen", sagte Winfried baumann. Wolfgang Tittl, erklärter Gegner der Technologie: "Es gibt so viele intelligente und individuelle Lösungen für Passivhäuser." Für CDU-Mann Florian C. Weller passt der Zwang in die Genossenschaft passt nicht in die Zeit. Günter Neuhäuser (FWV) möchte möglichst schnell zur Bebauung kommen: "Wir brauchen eine Empfehlung für eine Konzeption, die akzeptiert wird und nachhaltig ist. Ich halte die KEA für neutral und gut." Eningens Ortsbaumeister Reiner Klett betonte: "Wir haben auch das Interesse der Bauwilligen im Auge: Parallel zur Machbarkeitsstudie wird weiter geplant." Bei der Einschätzung der Wirtschaftlichkeit einer Nahwärmeversorgung sei "die Expertise der Gemeinde am Ende. Wir wollen wissen: Ist das was für Eninger Verhältnisse? Wenn ja, zu welchen Bedingungen?"

Das fehlende Gewicht warf Bürgermeister Alexander Schweizer in die Waagschale: "Das Thema Nahwärmeversorgung ist kein Hirngespinst. Ein möglicher Investor ist da. Wir brauchen diese Studie, um fundierte Entscheidungen treffen zu können." Das Thema war bereits im Technischen Ausschuss vorberaten worden. Die Machbarkeitsstudie wurde gegen die CDU-Stimmen auf den Weg gebracht.