Der 24-Jährige Reutlinger Nachwuchskünstler Yanick Sy macht bereits seit einigen Jahren Musik. Er spielt E-Gitarre, sowie Westerngitarre und hatte eine Zeitlang Gesangsunterricht. Im Jahr 2014 gewann er den Wettbewerb „the Voice of Reutlingen“ und hat sich seitdem einen Namen in der Musikszene der Region gemacht. Als Frontsänger von „TheHace“ und Solokünstler „Cheve“ tritt er mehrmals im Monat in verschiedenen Locations auf und hat erst kürzlich eine CD mit eigenen Aufnahmen herausgebracht.

10 Fragen an Yanick Sy:

Wir hatten die Möglichkeit ihm ein paar Fragen zu stellen und konnten so einen Einblick in die Welt des Musikers bekommen.

Wie bist du zur Musik gekommen?

Seitdem ich 12 Jahre alt bin, mache ich Musik. Inspiriert hat mich mein Vater, er ist Schlagzeuger in einer Band. Also wollte ich auch unbedingt in einer Band spielen und habe deswegen mit meinem Cousin die Band „Depended“ gegründet. Er hat Schlagzeug gespielt und ich habe mit dem Gitarre spielen begonnen. Wir haben schnell gemerkt, dass ein Sänger fehlt und da das eigentlich die Rolle des Gitarristen ist, wurde ich zum Sänger. Unseren ersten Auftritt hatten wir dann als Vorband von der Band meines Vaters in der Kaiserhalle in Reutlingen. Zu dem Zeitpunkt war ich ungefähr 15 oder 16. Dann habe ich eine Zeit lang in keiner Band mehr gespielt und dann ist „TheHace“ entstanden. Die Band gibt es seit dem Winter 2015 und als „Cheve“ Musik zu machen, habe ich im Herbst 2018 begonnen.

Was machst du hauptsächlich für Musik?

Unter dem Namen „Cheve“ mache ich vor allem Singer- /Songwriter Musik mit Sprechgesangelementen. Mit „TheHace“ spielen wir Psychedelic Rock.

Hast du musikalische Vorbilder?

Es gibt zwei Musikgenres, die mich faszinieren. Zum einen ist das psychedelischer Rock, zum anderen höre ich auch viel deutschsprachige Musik. Vorbilder waren für mich immer „Led Zeppelin“, „The Doors“ und „Rage Against the Machine“. In dieser Musik liegen sozusagen meine Wurzeln, ich bin damit aufgewachsen und sie inspiriert mich auch heute noch. Mittlerweile höre ich wie gesagt auch viel deutschsprachige Musik. Unter anderem ist die Band „Bilderbuch“ eine große Inspiration für mich. Sie machen die Musik, die ihnen gefällt und nicht nur das, was Mainstream ist.

Du machst vor allem unter dem Künstlernamen „Cheve“ Musik. Was bedeutet der Name und wieso hast du ihn ausgewählt?

„Cheve“ ist die Abkürzung von „Cheveyo“ und bedeutet so viel wie „Geisterkrieger“. Das Wort kommt aus dem indianischen. Für mich hat das allerdings nichts mit Gewalt zu tun, sondern ist ein Ausdruck von Kraft. Es bedeutet sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und immer aufmerksam zu sein. Das möchte ich in meinen Liedern zum Ausdruck bringen. Deswegen ist auch viel Gesellschaftskritik in meinen Songs zu finden. Ich möchte Songtexte mit Inhalt schreiben, die wachrütteln sollen. Manchmal sitze ich tagelang an neuen Songs und bekomme ganz plötzlich eine Eingebung.

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Du machst hauptsächlich deutsche Musik, wie kommt das?

Ich mache gern deutschsprachige Musik, weil es in diesem Bereich zum einen noch nicht wirklich viel gibt und außerdem fehlt hier auch das Innovative in der Musikindustrie. Mit deutschen Worten kann man viel besser spielen, Englisch ist dagegen viel abstrakter. Ich möchte die deutsche Musik neu anschieben und ein Vorbild für andere sein, mal anders zu denken.

Was war dein bisher dein größter Auftritt?

Als Soloauftitt war das sicher, als ich 2014 bei „the Voice of Reutlingen“ gewonnen habe. Ich durfte dann auf der großen Bühne beim Stadtfest spielen. Da waren sicher 2000 Menschen da. Mit „TheHace“ haben wir beim Represent Festival in Reutlingen vor ungefähr 1000 Leuten gespielt, wir haben vorher so viel geprobt und als wir dann auf der Bühne standen, hat einfach alles gepasst. Der Sound war super und es hat total viel Spaß gemacht. Man darf das aber nicht unterschätzen, kleine Auftritte machen aber genauso viel Spaß, man ist dann mit dem Publikum mehr auf einer Augenhöhe und kann sich einfach fallen lassen.

Du spielst während deiner Solokarierre auch in einer anderen Band, „thehace“. Wird das weiterhin so bleiben?

Das wird auf jeden Fall so bleiben. „TheHace“ und „Cheve“ sind beide wie Kinder für mich und mir macht beides unglaublich viel Spaß. Außerdem kann ich so Musik in den beiden Genres machen, die mir gut gefallen. Hätte ich nur die Band, könnte ich mich lyrisch zu wenig ausdrücken und hätte ich nur „Cheve“ würde mir das Zusammenspiel mit meinen Bandkollegen fehlen.

Du bist Musiker. Machst du beruflich noch etwas anderes oder hast du dein Hobby zum Beruf gemacht?

Genau. Ich habe im Dezember meinen Beruf als Industriekaufmann gekündigt um erstmal hauptberuflich Musik zu machen. Ich spiele so circa zwei größere Auftritte im Monat und mache sonst auch gern Straßenmusik.

Wie kommst du zu deinen Auftritten?

In Reutlingen habe ich mittlerweile ein ganz gutes Netz. Es geht vor allem um die Connections. Man muss viele Leute anschreiben, um eine Auftrittsmöglichkeit zu bekommen. Ab und zu kommen auch Leute, die mich bereits kennen, auf mich zu und fragen, ob ich denn mal wieder bei ihnen spielen würde. Außerhalb von der Region ist es allerdings noch schwierig, Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen. Die Veranstalter sind auch nicht darauf angewiesen, es gibt viele Bands und Musiker, die in der Region auftreten wollen.

Was sind deine Pläne und Träume für die Zukunft?

Ich würde gern mit „TheHace“ eine kleine Tour durch Deutschland machen und an mehreren Tagen hintereinander auftreten. Mit der Band möchte ich noch einiges in der nächsten Zeit erreichen. Generell ist es aber nicht unbedingt mein oberstes Ziel bekannt zu werden. Für mich ist Musik zu machen ein Privileg, das mir sehr fehlen würde, wenn ich es nicht mehr machen könnte. Ich will lieber das machen, was mir Spaß macht, als alles kommerziell auszurichten. Ansonsten sind schon einige Auftritte für die nächste Zeit geplant. Der nächste ist am 20.März in der Kaiserhalle in Reutlingen, ich freue mich über alle, die kommen.

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