Reutlingen NACHRUF · Ottheinrich Knödler gestorben

Pfarrer i.R. Ottheinrich Knödler 2002 bei seiner Verabschiedung als Vorsitzender des FES-Trägervereins.
Pfarrer i.R. Ottheinrich Knödler 2002 bei seiner Verabschiedung als Vorsitzender des FES-Trägervereins. © Foto:  
Reutlingen / SWP 20.06.2015
Der Fernsehpfarrer ist tot Ottheinrich Knödler, lange Jahre Fernsehbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und landeskirchlicher Beauftragter beim Südwestrundfunk, ist am Mittwoch im Alter von 84 Jahren gestorben.

Der Fernsehpfarrer ist tot

Ottheinrich Knödler, lange Jahre Fernsehbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und landeskirchlicher Beauftragter beim Südwestrundfunk, ist am Mittwoch im Alter von 84 Jahren gestorben. Von 1980 bis 1995 hat der 1930 in Tübingen geborene Theologe alle Gottesdienstsendungen im Bereich des Südfunk-Fernsehens betreut. Er war zudem ein beliebter Sprecher beim "Wort zum Sonntag" im "Ersten". Von 1990 bis zum Ruhestand 1995 saß er der Fernsehkommission im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik vor. Der in Reutlingen lebende Knödler hinterlässt Frau und drei Kinder.

Ein Zufall brachte Knödler zum "Wort zum Sonntag". 1979 wurden einige Geistliche in den Südwestfunk-Fernsehstudios auf Stimme, Haltung und Ausdruck geprüft. Knödler, damals noch Schuldekan, war aus anderem Grund dort und sollte nur "aus Spaß" mitmachen. Er hatte keine Scheu, war weder vorbereitet noch befangen und ging als Erster durchs Ziel. "Ich habe mit 50 noch einmal etwas ganz Neues angefangen. Das gibt es in kaum einem anderen Beruf", erzählte er später. "Ich will nicht belehren, sondern erzählen", so beschrieb Knödler seine Medienarbeit. Die Geschichten des Alten und Neuen Testaments waren sein Vorbild. Dort, sagte er, "werden die großen Taten Gottes in der Welt und das Evangelium erzählt. Erzählt werden die Erfahrungen von Menschen mit Leid und Tod, mit Freude und mit Schönem. Und so will ich erzählen: von Erinnerungen und Erfahrungen."

Vor dieser Zeit war Knödler erst Religionslehrer in Giengen/Brenz, dann Schuldekan in Reutlingen. Er ist hier einer der Gründer der Freien Evangelischen Schule. Für seine Arbeit auch als langjähriger Vorsitzender des FES-Trägervereins wurde er 2003 mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.

Der Trauergottesdienst findet am Dienstag, 23. Juni, 13 Uhr, in der Katharinenkirche in Reutlingen statt.

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