Reutlingen / Von Norbert Leister

Da war am Samstag einiges geboten in der Reutlinger Wilhelmstraße: Cheerleader tanzten bei recht frischen Temperaturen durch die Fußgängerzone und waren damit allein schon einen Blickfang. Hinzu kamen männliche Breakdancer, denen im Gegensatz zu ihren weiblichen Cheerleader-Pendants, noch  Luft nach oben attestiert werden musste. Dafür zog ein riesiger Knuddelbär mit seinem Hüftschwung vor allem die Aufmerksamkeit von Kindern auf sich. Und die 32 Aktiven der European School of Business (ESB) an der Reutlinger Hochschule taten am Samstag selbstverständlich das, wofür sie sich in den zurückliegenden 15 Jahren auch schon einen Namen gemacht haben – sie sammelten eifrig Spenden.

„Unser Spendenvolumen liegt durchschnittlich jedes Jahr zwischen 30 000 und 40 000 Euro“, erläutert Florian Schällig, der an der ESB im achten Semester Internationales Management studiert. Als Teil des „Cycling-Charity-Tour“-Organisationsteams hat er zusammen mit 31 Mitstreitern schon im vergangenen September begonnen, das diesjährige Projekt vorzubereiten – am Freitag, 22. März, fällt der Startschuss auf dem Campus. Teil der Vorbereitung war auch der Stand am Samstag in der Wilhelmstraße – mit dem Ziel, kräftig Spenden zu sammeln.

Wie die Studenten Jahr für Jahr so eine enorme Summe zusammenbekommen? „Wir haben einige Firmen aus der Region, die uns jedes Jahr unterstützen“, betont Schällig. Und in den Städten, durch die ihre Tour nach Mallorca führt, werden sie weitere Spendenaktionen durchführen.

„22 von uns sitzen während der 15 Tage immer auf dem Rad und zehn sind mit Service- und Logistikfahrzeugen unterwegs“, erklärt Florian Schällig. Es werde immer wieder gewechselt, damit die Belastung für alle Mitfahrenden nicht zu groß werde. Die Leute vom Logistik-Team müssen sich dann auch um die Unterkünfte kümmern – Fünf-Sterne-Hotels werden es nicht sein, „meist schlafen wir in Turnhallen in irgendwelchen Gemeinden, einmal haben die Tour-Teilnehmer sogar in einem Luftschutzbunker übernachtet“. Schällig ist im kommenden Sommer fertig mit seinem Studium, nur noch ein paar Abschlussprüfungen hat er zu bewältigen.

„Wir haben viel Rückhalt von unseren Professoren für die Tour-Teilnahme“, sagte der Student. In den vergangenen Wochen haben die Studenten nach seinen Worten von „jede Woche zehn bis 20 Stunden in die Vorbereitung und Organisation der Tour gesteckt“.

Spenden für wohltätige Zwecke

Die Spenden werden die ESB’ler an den Reutlinger Verein „Integramus“ geben, der soziale Projekte in Afrika unterstützt. Ein weiterer Teil geht an den Tübinger Verein für krebskranke Kinder. „Wir haben dieses Jahr einen bekannten Schirmherrn, es ist der Fußballnationalspieler Matthias Ginter“, fügt Florian Schällig hinzu. nol