Reutlingen Nach fast 30 Jahren tut sich was

Der 1,4 Hektar große "Schandfleck" an der Tübinger Straße wird wiederbelebt. Foto: Peter Andel
Der 1,4 Hektar große "Schandfleck" an der Tübinger Straße wird wiederbelebt. Foto: Peter Andel
PETER ANDEL 09.03.2012
Eine scheinbar unendliche Geschichte steht nun doch vor dem Finale: Das 1,4 Hektar große ehemalige Coop-Areal an der Tübinger Straße, eine alte Brache, soll verkauft werden. Wohnraum entsteht.

Nur noch ältere Reutlinger erinnern sich, dass es an der Tübinger Straße gegenüber der Kreissparkassen-Zentrale einmal einen Coop-Markt gab. Der ist seit 1983 aus dem Stadtbild verschwunden. Und seit diesem Zeitpunkt überlegt die Stadt, wie das Gebiet wiederbelebt werden könnte. Doch alle Pläne verschwanden in den Schubladen. Seit fast 30 Jahren hat sich auf der Brachfläche nichts getan.

Doch das wird nun anders: Einstimmig billigte der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung, das Plangebiet an einen Investor zu verkaufen. Die Neuordnung soll dem Quartier innenstadtnahen Wohnraum bescheren, wie der Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Vermessung, Stefan Dvorak, dem Gremium darlegte. Vorgesehen sind insgesamt 97 Wohneinheiten - zwei- bis viergeschossige Mehrfamilien- und Reihenhäuser mit Tiefgaragen und oberirdischen Stellplätzen sowie an der Bahnlinie eine Lärmschutzwand mit integrierter Garagenzeile. Außerdem soll auch noch im Zentrum ein kleiner Quartiersplatz entstehen.

Die städtischen Anstrengungen, der Tübinger Vorstadt ein neues, attraktives Gesicht zu verpassen, frohlockte Helmut Treutlein (SPD), trage offenbar Früchte, so dass nun auch ein Investor aufspringt, um hier innenstadtnahen Wohnraum mit guter ÖPNV-Anbindung zu kreieren. Ferner gebe es entlang der Bahnlinie eine Fuß- und Radwegverbindung bis zur Unterführung - die auch noch freundlicher gestaltet wird. "Das ist eine Chance für Reutlingen nach der jahrzehntelangen Brache", betonte der Fraktionschef. Dr. Peter Hörz (RSÖ) sagte für seine Fraktion, dass man dem Vorhaben "aufgeschlossen" gegenüber stehe. Allerdings solle man in bezug auf das Regionalstadtbahnkonzept ein viertes Gleis im Auge behalten. Auch Gabriele Janz (Grüne) freute sich, dass sich in dieser Ecke etwas bewegt. "Die Belebung tut dem Straßenstück gut." Julius Vohrer (FDP) sagte, dass dieser Plan für die Stadt spreche. "Der Investor sieht, dass Leute nach Reutlingen ziehen wollen." Rainer Löffler (CDU) erinnerte an die wechselvolle Geschichte der Brachfläche, die Parallelen mit dem Max-Moritz-Areal am Stadteingang aufweise - ein "Schandfleck". Der jetzige Plan sei "sehr solide" und anders als die vielen Ideen, die auf dem ehemaligen Coop-Areal nie verwirklicht werden konnten. Nun also kommt Wohnungsbau. Und das Ganze sei, so Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, eine "altstadtrelevante Innenentwicklung".