Gründermesse Mut zur Selbstständigkeit wecken

Reutlingen / Von Ralph Bausinger 10.03.2017

Wer sich selbstständig machen will, ist hier in der Region richtig“, formulierte der Reutlinger Finanzbürgermeister Alexander Kreher in seiner Begrüßung. Zum fünften Mal haben sich die Wirtschaftsförderungen der acht größten Städte in der Region Neckar-Alb mit den beiden Wirtschaftskammern, dem Startnetz Reutlingen und der Technologieförderung Reutlingen-Tübingen zusammengeschlossen, um gemeinsam die Gründermesse Neckar-Alb auszurichten. So waren gestern insgesamt 81 (junge)  Unternehmen, Banken und Beratungsinstitutionen in der Stadthalle vertreten.

Die Reutlinger Messe habe sich als fester Termin in der Gründerszene Baden-Württemberg etabliert, sie leiste einen wichtigen Beitrag, die Gründerszene und ihr Angebot sichtbarer zu machen“, betonte Hubert Wicker, Ministerialdirektor im Wirtschaftsministerium des Landes. Die seit 2016 regierende grün-schwarze Koalition habe sich zum Ziel gesetzt, das Gründerland Baden-Württemberg weiter zu entwickeln, betonte Wicker. Dazu gehöre auch, den Bürgern mehr Mut für eine selbstständige Tätigkeit zu machen.

Zwei, die diesen Mut haben, sind Lina Fritz und Hanna Meyerding mit ihrer Firma „Fridi – unverpackt“. Die beiden Tübingerinnen wollen im Herbst einen  Supermarkt mit etwa 500 Produkten aus dem Lebensmittel-, aber auch dem Non-Food-Bereich (wie Seife) in der Reutlinger Innenstadt eröffnen. Noch stehe der genaue Standort nicht fest, sagte Fritz. An die Stelle von Plastiktüten und Papierverpackungen treten Dosen, in die der Kunde seine Waren selbst einfüllen kann.

Mit seinen 73 Jahren will Peter Rall kein eigenes Unternehmen mehr gründen, aber dafür als Senior der Wirtschaft anderen hilfreich zur Seite stehen. Bis zu seinem Ruhestand vor drei Jahren war er im Lifestyle-Bereich tätig, jetzt unterstützt er als Mitglied des gemeinnützigen Vereins ehrenamtlich Start-up-Unternehmer oder Leute, die einen bestehenden Betrieb übernehmen wollen. Eine Aufgabe, die ihm richtig Spaß macht. Mit Albfiness aus Kohlstetten und Paintball aus Mössingen sind zwei von ihm betreute Unternehmen auf der Gründermesse mit dabei. Mit seinem kleinen Roboter hat der Tübinger Maschinenbauer Jomatik einen echten Blickfang in die Stadthalle mitgebracht. Das 2014 gegründete Unternehmen, das inzwischen zwölf Mitarbeiter beschäftigt, habe sich auf die Herstellung von Industriekomponeten mittels 3-D-Druck spezialisiert, verrät Geschäftsführer Johannes Mattheis.

Mit dem „Waldschläfer“ bieten  Stefan Machura und Andreas Skiljan ein Produkt für den Freizeitbereich an. Die beiden Pfullinger sind mit dem weltweit ersten Ein-Personen-Baumzelt in der Stadthalle vertreten. Das Zelt werde in einer Mindesthöhe von 40 Zentimetern zwischen drei Bäumen aufgehängt, erzählt Machura, der sich auf der Waldschläfer-Homepage als „Erfinder, Tüftler und wahrer Naturbursche“ bezeichnet. Wer allerdings im Baumzelt schlafen möchte, sollte nicht schwerer als 100 Kilogramm sein. Derzeit sind Machura und Skiljan dabei, per Crowd-Funding das Geld für die Herstellung der ersten 50 Zelte einzusammeln.

Die Besucher konnten sich gestern nicht nur über neue Ideen informieren, (Erst-)Kontakte knüpfen oder über Finanzierungsmöglichkeiten erkundigen, die Messe bot auch ein umfangreiches Wissensangebot mit insgesamt 25 Vorträgen. So referierte beispielsweise der bekannte Reutlinger Comedian Dominik „Dodokay“ Kuhn über „Kommunikation 4.0– Assoziale Medien“.

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