Reutlingen Müller-Gemmeke: Alb und Zukunft der Windkraft

Reutlingen / SWP 10.08.2012
Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke hatte Fachleute zu einem politischen Fachgespräch zur Zukunft der Windkraft auf der Alb eingeladen.

"Der Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg befindet sich zur Zeit in einer extrem spannenden Phase. Die politischen Rahmenbedingungen haben sich dank Grün-Rot geändert. Die planerische Umsetzung stellt uns vor eine Reihe von neuen Fragen, die wir engagiert angehen müssen", so die Grünen-Abgeordnete. Insbesondere die Gesellschafter des Biosphärenwindparks Schwäbische Alb war eingeladen. Mike Münzing stellte aus der Sicht der Stadt Münsingen das Projekt vor, in dem auch die Gemeinden Gomadingen und Mehrstetten involviert sind. Es gehe ihm um "regionale Wertschöpfung, ökologische Energieerzeugung und gerechte Verteilung der Gewinne". Für die Gesellschafter der Biosphärenwindpark GmbH sprachen Sebastian Grosch von der Windpark Deutschland GmbH, Heiko Thier von der EnBW, Andreas Eggs von den Stadtwerken Münsingen und Frank Hummel (SoWiTec). Fünfter Gesellschafter ist die Fair-Energie. Wie seine Mitgesellschafter sah auch Frank Hummel das größte Problem im langwierigen Verfahren, um geeignete Standorte zu identifizieren. "Die Windkraft hat ein riesiges Potenzial im Landkreis. Es drohen aber Einschränkungen für fast 80 Prozent der Standorte."

Dr. Claudius Müller vom Landratsamt führte aus, welche Fragen bei der Standortwahl zu beachten sind. Sie reichen von natur- und artenschutzrechtlichen Vorgaben über Tiefflugschneisen der Bundeswehr bis zu Abstandsgeboten zu Siedlungsgebieten. Müller zeigte sich zuversichtlich "dass das Landratsamt die Bürger mitnimmt und mit dem Vertrauen der Bürger sorgsam umgeht". Neben sorgfältiger Standortplanung und Bürgerbeteiligung wurden zwei weitere Aspekte diskutiert, die entscheidend für die Akzeptanz der Windkraft seien.

Johannes Traub sprach für den Kreisbauernverband die Sorgen der Landwirte an, bei der Bereitstellung von guten Flächen von großen Investoren ausgebootet zu werden. Dr. Rüdiger Jooß von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb brachte als weiteren Aspekt das Landschaftsbild ins Spiel. "Die Diskussion zeigt", fasste Beate Müller-Gemmeke zusammen, "dass beim Thema Windkraft sehr viele Dinge unter einen Hut gebracht werden müssen, insbesondere im Biosphärengebiet. Hier ist auch die Landesregierung gefragt, die Rahmenbedingungen schnellstmöglich zu formulieren und Hindernisse aus dem Weg zu räumen." Letztlich, so vermutet Müller-Gemmeke, werden Kompromisse an der einen oder anderen Stelle unvermeidbar sein, denn "es geht um nichts weniger als um die Zukunft unserer Energieversorgung. Die Frage ist: Wie wird Energie produziert? Wo wird produziert? Wie werden die Gewinne verteilt?". Auf alle drei Fragen gebe es gute Antworten. "Die Energieform der Zukunft ist erneuerbar, regional und lässt die Menschen einer Region von der Wertschöpfung profitieren."

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