Ein Schreiben der Technischen Betriebsdienste Reutlingen (TBR) vom 22. Juli hat für massive Verärgerung unter den Anwohnern in der Gartenstraße gesorgt. Aufgrund der hohen Frequenz der durchfahrenden Busse sei es ab 9. September den TBR als Abfallentsorger nicht mehr möglich, die Abfallbehälter über die Gartenstraße zu entleeren. Daher werden die Anwohner der Gartenstraße aufgefordert, jeweils am Abholtag die Behälter für Restmüll, Papier, Bioabfall und die Gelben Säcke in den Seitenstraßen aufzustellen und „nach der Entleerung baldmöglichst zurück auf ihr eigenes Grundstück zu bringen“.

Bei den Abstellorten sei darauf zu achten, betonen die TBR weiter, dass es sich um öffentliche Flächen handle, dass der Durchgang für Fußgänger und die Durchfahrt für Fahrzeuge gewährleistet sei und dass die Müllwerker die Behälter gut erreichen könnten.

Schlecht geplant?

Diese Ausgangslage hat die SPD nun bewogen, sich an die Stadtverwaltung zu wenden. Offenkundig seien, bemängeln die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung, bei der Planung der zentralen Busachse in der Gartenstraße die Folgen für die Abfall­entsorgung schlichtweg vergessen worden. Die jetzige Regelung verursache bei den Betroffenen wie in den Seitenstraße nicht akzeptable Umstände. Es könne laut SPD nicht sein, dass die Einrichtung der Bushauptachse bei den Anwohnern zu erheblichen Erschwernissen bei der Bereitstellung der Abfallbehälter führe.

Jetzige Regelung ist nicht akzeptabel

„Es ist nicht akzeptabel, dass die Anwohner der Gartenstraße wegen der zentralen Busachse ihre Abfalleimer Woche für Woche in die Seitenstraßen transportieren müssen!“, kritisiert Stadtrat Johannes Schempp für die SPD-Fraktion die wohl mit heißer Nadel gestrickte Regelung der Stadtverwaltung, mit der die überraschten Anwohner jetzt konfrontiert wurden.

Weil offenbar das Entsorgungsthema bei der Organisation der Busachse vergessen worden sei, sollen die Anwohner jetzt weder akzeptable, noch praktikable Folgen in Kauf nehmen. „Es muss eine individuelle Regelung mit den Anwohnern besprochen werden“, fordert Stadtrat Sebastian Weigle.

SPD befürchtet ein heilloses Durcheinander

Die SPD-Fraktion befürchtet ein heilloses Durcheinander der Mülltonnen, Verwechslungen und Unannehmlichkeiten für die Anwohner der Seitenstraßen. „Dies kann vermieden werden“, sagt Stadtrat Helmut Treutlein, „möglicherweise können Abfallabholung in Randzeiten vereinbart und gemeinsame Regelungen in Absprache mit den Betroffenen   getroffen werden.

Die SPD erwarte von der Verwaltung eine rasche Nachbesserung, heißt es weiter. Der SPD-Antrag an die Stadtverwaltung, ein kundenfreundlicheres Abholsystem für die Gartenstraße zum Beispiel durch die Festlegung einer Abholzeit in verkehrsarmen Zeiten zu entwickeln und auf der Grundlage individueller Beratungen praktikable Lösungen zu finden, verfolgt auch das Ziel, Akzeptanz für die neue zentrale Linienführung des Stadtbusses zu erreichen – auch bei den  Anwohnern der Gartenstraße.

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Reutlingen/Eningen