UMWELT Modellregion für nachhaltige Entwicklung

Ulm/Reutlingen / swp 20.02.2018

Neun Landkreise, acht Städte und zehn Gemeinden aus Baden-Württemberg hat Umweltminister Franz Untersteller am Montagabend in Ulm mit dem European Energy Award (EEA) ausgezeichnet – darunter auch die Stadt und den Kreis Reutlingen. Insgesamt 121 Kreise, Städte und Gemeinden aus dem Land hatten diesmal am Wettbewerb um den European Energy Award teilgenommen.

„Regionen und Kommunen sind der entscheidende Faktor im globalen Klimaschutz“, betonte der Minister. „Es kommt auf die konkreten Maßnahmen vor Ort an, sei es die Realisierung von Nahwärmenetzen, der Einsatz energiesparender Straßenbeleuchtung oder die Förderung des Fahrradverkehrs und der E-Mobilität. Sie machen den Klimaschutz nachvollziehbar und sichtbar und bringen ihn damit Stück für Stück weiter voran.“

Das Umweltministerium unterstütze, so Untersteller, dieses „kräftige und stetig wachsende Bündnis engagierter, klimaaktiver und erfolgreicher Kommunen“. Zum Beispiel erhalten die im European Energy Award engagierten Kommunen einen Zuschuss über 10 000 Euro. Zudem können EEA-Kommunen im Rahmen des Programms Klimaschutz-Plus einen höheren Fördersatz für investive Maßnahmen in Anspruch nehmen.

Der Kreis Reutlingen mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb gilt als „Modellregion für nachhaltige Entwicklung“. Er war bereits 2013 als vierter Landkreis in Baden-Württemberg mit dem EEA ausgezeichnet worden. Ende 2017 konnte er sein Ergebnis nochmals verbessern und befindet sich mit 73 Prozent der erzielbaren Punkte auf Goldkurs.

Ein Höhepunkt im bisherigen Prozess war der Neubau der Georg-Goldstein-Schule in Bad Urach im Passivhausstandard. Der Bau wurde als Modellvorhaben wissenschaftlich begleitet und mit dem Label „Good Practice Energieeffizienz“ ausgezeichnet.

Als weiteres wird auf die preisgekrönte Teilnahme des Kreises an der Kampagne zur Mitarbeitersensibilisierung „Gib 8 auf den Klimaschutz“ verwiesen und auf sein Engagement im Bereich der Mobilität – von den Planungen zur Regionalstadtbahn Neckar-Alb über die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes und den Ausbau des Radwegenetzes. Ein weiterer wichtiger Schritt, heißt es in der Begründung, werde die Verabschiedung der „Handlungsstrategie Klimaschutz“ sein. Diese soll für den Landkreis den Klimaschutzkompass für die nächsten Jahre bilden.

Erstmals ausgezeichnet

Erstmals ausgezeichnet wurde die Stadt Reutlingen. Im Januar 2014 hatte der Gemeinderat ein Klimaschutzkonzept für die Kommune beschlossen. Eine von insgesamt 63 Maßnahmen war die Teilnahme am EEA. Anhand des Maßnahmenkatalogs hatte die Stadtverwaltung ihre Energieeffizienz- und Klimaschutzziele für die kommenden Jahre festgelegt. Deren Schwerpunkte liegen unter anderem auf der Einführung des neuen Stadtbuskonzepts, das zwei Millionen zusätzliche Fahrgäste bringen soll, der Umsetzung des Masterplans Radverkehr – E-Bike-City Reutlingen und der Verdoppelung des Fernwärmenetzes von 20 auf 40 Kilometer im Jahr 2020, heißt es in der Begründung.

Er freue sich, dass sowohl die Stadt als auch der Landkreis Reutlingen sowie der Zollernalbkreis an der Erfolgsgeschichte des European Energy Awards in Baden-Württemberg mitschrieben, sagte Thomas Poreski, Landtagsabgeordneter der Grünen. „Beim Thema Klimaschutz richtet sich der Blick in der Regel nach Brüssel, Berlin oder Stuttgart. Oft aber sind es die vielen kleinen Schritte vor Ort, die alle zusammen den Klimaschutz enorm voranbringen“, betonte Poreski.

Die Auszeichnung unterstreicht laut Poreski, dass Kreise, Städte und Gemeinden unentbehrliche Verbündete sind bei der Umsetzung der ambitionierten energie- und klimaschutzpolitischen Ziele im Land. „Die Verleihung des European Energy Awards ist eine tolle Motivation, sich weiter mächtig ins Zeug zu legen“, würdigte der Abgeordnete abschließend das Engagement aller an den Projekten Beteiligten.

121

Städte, Gemeinden und Landkreise aus dem Land haben sich diesmal am European Energy Award beteiligt. Damit nimmt Baden-Württemberg bundesweit einen Spitzenplatz ein.

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