Eningen Mit viel Gefühl vorgetragen

Konzertante Gemeindekapelle mit Lukas Schult und Norbert Lotterer an der Solotrompete. Foto: Klaus-Dieter Minke
Konzertante Gemeindekapelle mit Lukas Schult und Norbert Lotterer an der Solotrompete. Foto: Klaus-Dieter Minke
KLAUS-DIETER MINKE 02.01.2014
Von traditioneller Blasmusik über Klassik bis hin zu sinfonischen Werken reichte das Programm der Gemeindekapelle Eningen bei ihrem diesjährigen Abschlusskonzert in der Eninger HAP-Grieshaber-Halle.

Geleitet wurde die Kapelle erstmals von ihrem neuen Dirigenten Sergej Saika. Nachdem die Musiker bereits mit dem ersten Stück "Florentiner Marsch" von Julius Fucik die Zuhörer begeisterten, eröffnete die Erste Vorsitzende Traudl Bechtle offiziell das Konzert. Sie berichtete, dass in der Kürze der Zeit ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt wurde, das sowohl aus alten, allseits beliebten Stücken besteht, sowie aus völlig neuen unbekannten Titeln, die der neue Dirigent Sergej Saika mit den Musikern einstudiert hat.

Man merkt, dass die Chemie zwischen den Musikern und dem neuen Dirigenten, der im Oktober die Nachfolge des vorherigen Dirigenten Johannes Popp antrat, stimmt. Gut 200 Besucher waren begeistert von der Präsentation, der Musikauswahl und dem Dirigenten. Die musikalische Weltreise führte zuerst ins 18. Jahrhundert zum Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart. Das "Menuetto", das ursprünglich von Mozart für Kammerorchester komponiert wurde, konnte mit viel Gefühl vorgetragen werden.

Nach diesem klassischen Werk ging es schwungvoll weiter nach New York mit dem Stück "Skyliner" von Charlie Barnet, das im Bigbandstil für Blasorchester von Klaus Butterstein arrangiert wurde. Bei dieser Art von Musik ist immer noch zu hören, dass es in Eningen vor einigen Jahren eine Bigband (das Achalm Tanz Orchester) gegeben hat und viele Musiker auch heute noch im Musikverein spielen.

Dementsprechend groß fiel auch die Begeisterung der Zuhörer und der folgende Applaus für das Orchester aus. Als nächstes folgte mit dem Tango "Momentango" von Azumoto und dem Medley "Latin Mood" arrangiert von Doppel, ein Ausflug nach Südamerika.

Nach der Pause, welche die Zuhörer nutzten, um angeregte Gespräche bei einem Glas Sekt zu führen, wurde der zweite Teil des Konzertes mit dem Stück "Malague·a" furios eingeleitet. Diese Liebeserklärung an die spanische Stadt Malaga des kubanischen Komponisten Ernesto Lecuona forderte den Musikern ihr gesamtes Können ab und beeindruckte die Zuhörer besonders.

Um nach diesem musikalischen Feuerwerk wieder etwas besinnlicher zu werden, verzauberten die beiden Solotrompeter Lukas Schult und Norbert Lotterer das Publikum mit dem Stück "The Rose" von Amanda MC Broom und für Blasorchester arrangiert von Jörg Bollin. Nach dem Stück "Gimme some lovin" von den Bluesbrothers kam mit dem Stück "Antarctica" von Carl Wittrock das musikalische Highlight des Abends. Dieses sinfonische Werk für Blasorchester beschreibt die antarktische Eiswüste und schroffen Felsformationen sowie die klirrende Kälte und das ewige Eis. Bei diesen Klängen wurde man schon auf die kalte und schneegeprägte Jahreszeit eingestellt. Diese Kälte wurde dann mit dem "Christmas Medley", dem letzten Stück, in eine gemütliche und feierliche Weihnachtsstimmung verwandelt.

Die Freude und der Applaus des Publikums waren groß - und so kam der Musikverein nicht umhin, zwei Zugaben zu spielen.