Reutlingen Mit Leib, Seele, Herz, Verstand

Reutlingen / Carola Eissler 06.09.2018

Großer Bahnhof für Oberbürgermeisterin Barbara Bosch: Mit einem Feuerwehr-Oldtimer wurde die Jubilarin, die gestern ihren 60. Geburtstag feierte, zusammen mit ihrem Mann Friedemann Kuhn durch die Innenstadt gefahren. Die Feuerwehrmänner unter Geleit von Kommandant Harald Herrmann hatten das Ehepaar gleich morgens abgeholt und mit Hefezopf bewirtet. Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Kindergartenkinder und zahlreiche Bürger standen in der Innenstadt Spalier und sangen unter Trompetenklängen sogar ein „Happy Birthday“. Danach ging es Richtung Reutlinger Stadthalle, wo Bosch mit der Drehleiter der Feuerwehr auf den Balkon des oberen Stockwerks gehievt wurde. Feuerwehr und Stadtverwaltung hatten mit ihren Fahrzeugen einen riesigen Autokorso in der gesamten Lederstraße gebildet. Bei der Fahrt durch die Stadt habe sie dann doch kurz das Taschentuch gezückt, sagte Bosch, weil es einfach so nett gewesen sei. „Die Mitarbeiter winkten mir alle zu, so etwas habe ich noch nicht erlebt.“. Bosch betonte, für sie sei der Tag von besonderer Dankbarkeit geprägt.

Festredner würdigten das Engagement, die Leistung und die Persönlichkeit der Reutlinger Oberbürgermeisterin und hoben ihr besonderes politisches Geschick hervor. Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz, die der Jubilarin einen Strauß mit 60 Rosen in den Stadtfarben rot und weiß überreichte, sagte, die Glückwünsche seien Zeichen der Wertschätzung für Boschs Lebensleistung. „Sie sind mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand unsere Oberbürgermeisterin.“ Bosch habe von der Pike auf ihr Handwerk gelernt und viele Erfahrungen gesammelt. Zwölf Jahre lang hat sie in verschiedenen Verwaltungstätigkeiten gearbeitet, von der Erwachsenenbildung bis zur Sozialarbeit beim DRK. „Welche Stationen, welche Lebensleistung.“ Bosch ist seit 2003 Oberbürgermeisterin in Reutlingen, zuvor war sie sechs Jahre Bürgermeisterin in Fellbach. Und bei all dem, so Hotz, gebe es noch ein Leben neben der Arbeit, mit dem Ehemann, mit Verwandten, Freunden und Weggefährten.

Respekt zollte Hotz der Oberbürgermeisterin aber auch für ihre Entscheidung, zu keiner dritten Amtszeit in Reutlingen anzutreten und sich um ihren erkrankten Ehemann zu kümmern. „Sie sind mit allen Fasern Ihres Lebens Oberbürgermeisterin unserer Stadt. Deshalb können wir nachvollziehen, wie schwer Ihnen Ihre Entscheidung gefallen sein muss.“

Dies würdigte auch Regierungspräsident Klaus Tappeser: „Was bleibt, ist die Familie. Deshalb ist Ihre Entscheidung eine gute Entscheidung.“

Tappeser betonte, Bosch habe weit über Reutlingen hinaus Besonderes geleistet. Sie sei nicht „Everybodys Darling“, aber Ecken und Kanten zu zeigen gehöre zum Geschäft.

Für den Gemeinderat sprach Andreas vom Scheidt und überreichte der Jubilarin, die einst nicht nur Politikwissenschaft sondern auch Kunstgeschichte studiert hat, das letzte verfügbare Exemplar des berühmten Fischvogels von Anton Geiselhart als Geschenk.

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