Reutlingen / Kathrin Kammerer

Schon vor vielen Jahren, in der 7. Klasse, haben sich Tim Grabowski (20) und Robin Dorau (21) mit Film beschäftigt: In der Video-AG des Johannes-Kepler-Gymnasiums lernten sich die beiden kennen. Aber nur mit dem Stativ oder per Handkamera drehen? Das wurde ihnen irgendwann zu langweilig, erzählt Grabowski. Es entstand die Idee, in Eigenregie einen Kamerakran zu entwickeln. Und zwar keinen gewöhnlichen.

Normale Kamerakräne werden auf Lastwägen transportiert. „Wir haben gesagt: Unser Kran muss flexibler sein und schneller aufzubauen“, sagt Dorau. Gesagt, getan: Das preisgekrönte Exemplar der zwei Tüftler kann man auf vier Rollen fortbewegen. Aufgebaut ist es in 15 Minuten. Ein weiteres Problem, das es zu lösen galt: „Der Kran darf nicht wackeln, der benötigt einen sicheren Stand.“ Auch hierfür fanden sie eine Lösung – und zwar indem sie einen „intelligenten Fuß“ entwickelten, der das ganze Gerät auf Knopfdruck austariert.

150 Kilogramm wiegt das fertige Konstrukt, mit 100 Kilogramm Gegengewicht wird es aufrecht gehalten. Zwei Meter hatte der erste Ausleger gemessen, acht Meter lang ist die finale Version. Der superleichte Krankopf (an dem die Kamera befestigt ist) kann drei Bewegungen ausführen: Zur Seite drehen, nach oben und nach unten schwenken  und sogar einmal um die eigene Achse. Dass man mit gut eingesetzten Kamerafahrten und -Schwenks ziemlich imposante Aufnahmen drehen kann, konnten Grabowski und Dorau auch gleich mit einem mitgebrachten, selbst geschnittenen Film beweisen.

Der Kamerakran, der allein 5000 Euro Materialkosten verursachte (die dank einer großzügigen Firmenspende gestemmt werden konnten), überzeugte schließlich auch die Jury beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“: Mit einem ersten Platz qualifizierten sich die beiden Tüftler zur Teilnahme am Landeswettbewerb in Fellbach (27. bis 29. März).

Und noch ein weiteres Projekt war erfolgreich beim Regionalwettbewerb: der Zuckerdrucker. Tim Grabowski sitzt auch hier im Entwicklerteam, zudem Sebastian Glock (19). Ein 3D-Drucker, der mit Zucker druckt – wofür kann man den nutzen? „Beispielsweise könnten Firmen ihr Logo drucken und der Kunde kann das für seinen Kaffee verwenden“, so Grabowski. Der Zuckerdrucker schaffte es prompt auf den zweiten Platz. Ein doppelter Grund zum feiern – auch für den verantwortlichen Lehrer, Raphael Dannecker, der sichtlich stolz auf den Erfolg seiner Schützlinge ist.

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erfolgreiche Projekte von Ferdinand-von-Steinbeis-Schülern schafften den Sprung aufs Treppchen beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“.