Pfullingen Mit Jägern und Lebenslust

So große Chöre standen selten auf der Bühne der Pfullinger Hallen: Eberhard Höngen (rechts) unterrichtet und dirigiert alle vier. Fotos: Jürgen Herdin
So große Chöre standen selten auf der Bühne der Pfullinger Hallen: Eberhard Höngen (rechts) unterrichtet und dirigiert alle vier. Fotos: Jürgen Herdin
Pfullingen / JÜRGEN HERDIN 10.11.2014
Seit 50 Jahren leitet Eberhard Höngen Chöre. Am Samstag und am Sonntag hatte er die Freude, alle seine Stimmen, die er unterrichtet, gemeinsam in einem großen Konzert zu dirigieren

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Pfullingen - Geübt wurde schon seit Jahresbeginn, verriet Eintracht-Vorstand Alexander Müller. Und ob "Die Himmel rühmen" zum Auftakt mit dem gemischten Chor, ob "Orpheus aus der Unterwelt" oder, als Höhepunkt, der Männerchor mit fünf Episoden des Don Quijote: Es wurde ein fantastisches Konzert, ausverkauft an beiden Tagen.

Eberhard Höngen, heute 70 Jahre jung, im Beruf Lehrer, ist heute noch Chorleiter, Komponist und Arrangeur. Bereits 1964 hatte er seine ersten Chöre in Remscheid nahe Wuppertal im Bergischen Land übernommen. Höngens Vater war auch Chorleiter, dazu noch Organist. Schon in jungen Jahren wurde Eberhard Höngen Bundeschorleiter des Lippischen Sängerbundes. Damals entstanden auch seine wichtigsten Kompositionen.

Dann zog es ihn in den Süden, wo er seit 28 Jahren auch den Männergesangverein Eintracht Pfullingen unter seinen Fittichen hat. Die Männer dort, heute mit drei Chören, feiern in diesem Jahr zudem ihr 110-jähriges Bestehen. Mit dabei beim Doppelkonzert in den Pfullinger Hallen waren der Sängerkranz Dusslingen, der seit 26 Jahren mit Höngen verbandelt ist, der Liederkranz Großengstingen und der Liederkranz Oberensingen bei Nürtingen. Der Projektchor "Vivida" der Großengstinger hatte im April sein erstes Konzert, doch schnell wars ein reiner Frauenchor, die Männer waren abgesprungen. "Wir machen das nun mit Frauenpower", sagte eine der Sängerinnen beim Konzert. Und die Eintracht aus dem Echaztal? Die lobte ihren Dirigenten über den grünen Klee: "Eberhard Höngen beweist stets Humor, Geduld und Ausdauer, sonst wäre er sicher schon an uns verzweifelt", so Jan Hoppe, der neben Müller ebenfalls dem Vorstand angehört.

Tempo, Rhythmus, Lautstärke, stimmlich durchtrainierte Sängerinnen und Sänger: Höngen besitzt auch die notwendige Fähigkeit, seine Qualitäts-Ansprüche eindringlich geltend zu machen. Die Resultate sind dann aber überzeugend, wie das jubelnde Publikum am Samstag erneut erfahren durfte.

Verstärkung geholt hatten sich die vier Chöre Höngens vom Hornquartett "Capriccio" unter der Leitung von Jörg Günter. Mit dabei war auch Prof. Gerulf Mertens am Klavier, der bei keinem großen Konzert der Eintracht fehlen darf. Überzeugend am Schlagzeug trat Michael Bader in Erscheinung, der mit filigranem Esprit das "Phantastische Abenteuer des Don Quijote" bereicherte. Nicht zu vergessen die Blasinstrumente des Hornquartetts. Wie überhaupt die Instrumente bei zahlreichen anderen Stücken ebenfalls in Erscheinung traten.

So auch bei dem Hauptmotiv des Gefangenenchors aus Nabucco (Klavier) - oder die Bläser beim "Dreifachschlag" der Eintracht mit dem "Wildschütz", dem "Freischütz" und der "Diplomatenjagd" von Reinhard Mey: "Man reicht ihm die Büchse, es prasselt das Schrot: So findet der Außenminister den Tod."

Voller Lebenslust indes waren die prächtig aufgelegten Chöre, die ihrem Dirigenten und musikalischen Leiter Eberhard Höngen einen ebenso vergnüglichen wie routiniert gesungenen Abend bereiteten. Groß geehrt werden soll Höngen übrigens zur Weihnachtszeit.

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