Reutlingen Mit Fleiß und ein bisschen Glück entstand eine Institution

Rosemarie Henes, Christiane Bölzle, Andreas Schanz, Irene Gattiker, Sibylle Niepmann, Harald Beck und Christina Schimmer (von links) freuen sich mit dem ganzen Team des Kaffeehäusles auf ihr Jubiläums-Pflanzfest. Foto: Dorina Blau
Rosemarie Henes, Christiane Bölzle, Andreas Schanz, Irene Gattiker, Sibylle Niepmann, Harald Beck und Christina Schimmer (von links) freuen sich mit dem ganzen Team des Kaffeehäusles auf ihr Jubiläums-Pflanzfest. Foto: Dorina Blau
Reutlingen / DORINA BLAU 27.03.2014
Für das Kaffeehäusle an der Pomologie gibt es im 30. Jahr doppelten Grund zur Freude: Sein Träger, die Lebenshilfe Reutlingen, feiert das 50-jährige Bestehen. Beides wird am 5. April gemeinsam gefeiert.

"Es ist verrückt, dass wir das schon 30 Jahre lang machen", stellt Rosemarie Henes fest. Die Gesamtverantwortliche für das Kaffeehäusle ist von Anfang an dabei und weiß, dass ein solch hohes Jubiläum keine Selbstverständlichkeit ist: "Dass alles so geklappt hat, dafür haben wir was getan, aber ein bisschen Glück hatten wir auch."

Das kleine Häuschen in der Pomologie war damals die erste Institution seiner Art. Gemeinsam mit der Bruderhaus-Diakonie wurden mit dem Projekt neue Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung geschaffen. Heute gehören drei Festangestellte und vier ausgelagerte Mitarbeiter aus der Bruderhaus-Diakonie zum Team.

Harald Beck ist im September seit neun Jahren dabei. "2005 habe ich mich beworben und fünf Wochen lang ein Praktikum gemacht. Dann war mir klar, dass ich hier arbeiten möchte." Er ist in allen Bereichen tätig - vom Service bis zur Gartenarbeit. Jeden Donnerstag bäckt er leckere Torten, deren Rezepte er mittlerweile auswendig kennt.

Rosemarie Henes betont, dass das Besondere an der Arbeit des Kaffeehäusles in der Aufteilung auf zwei Schwerpunkten liege: "Uns war es wichtig, einen regulären Cafébetrieb zu haben, der die Anforderungen eines Gastronomiebetriebes erfüllt. Zugleich sind wir aber auch ein kommunikatives Forum. Andere vergleichbare Institutionen setzen den Schwerpunkt entweder auf das eine oder das andere", fügt sie hinzu.

Besonders wichtig sei die Kooperation mit der Bruderhaus-Diakonie und die Lebenshilfe als Träger. Grund genug, das doppelte Bestehen gemeinsam zu feiern. Dazu wird am 5. April ab 14 Uhr ein Jubiläums-Pflanzfest rund ums Kaffeehäusle stattfinden. Da auch die Landesgartenschau vor 30 Jahren in Reutlingen stattfand, ist die Stadt Reutlingen bei diesem Ereignis unter anderem mit Pflanzenspenden tatkräftig dabei.

Um das Kaffeehäusle noch bunter und gemütlicher zu gestalten, werden rund ums Häusle Weiden und Staudenbeete angepflanzt. Einer der Höhepunkte wird das Einpflanzen einer überdimensionalen Kaffeetasse mit rund vier Metern Spannbreite sein. Gesetzt wird diese aus 1600 Primeln. Henes betont immer wieder, dass "jeder mitmachen darf, der will".

Die Besucher erwartet außerdem ein buntes Programm mit kreativen Mitmachaktionen rund ums frische Grün. Für Vesper und Getränke ist ebenfalls gesorgt. Musikalisch umrahmt wird die Feier von der Lichtensteiner Blasmusik.

Prominenter Service Zum Jubiläum bekommt das Kaffeehäusle besondere Unterstützung. In der Zeit vom 1. bis 16. April können sich die Gäste jeweils von 15 bis 17.30 Uhr an verschiedenen Wochentagen von Reutlinger Prominenz Kaffee und Kuchen servieren lassen. So bedient beispielsweise Landrat Thomas Reumann am Dienstag, 1. April. Unterstützung von der Stadtspitze bekommt das Kaffeehäusle am 8. April, wenn Oberbürgermeisterin Barbara Bosch für die Besucher serviert. Mit Gea-Verleger Valdo Lehari, Bruderhaus-Diakonie-Chef Pfarrer Lothar Bauer, Wolfgang Epp von der IHK, dem Musiker und Theatermann Heiner Kondschak sowie den Bundestagsabgeordneten Michael Donth (CDU) und Beate Müller-Gemmeke (Grüne) erwartet die Gäste weitere Prominenz.