Lange Schlangen, die vor der Stadthalle auf die Öffnung der Bildungsmesse Neckar-Alb (binea) pünktlich um 9 Uhr warten, hat es in diesem Jahr nicht gegeben. Stattdessen kamen die Besucher am Freitag „schubweise“, wie Projekt­assistentin Janne Hagel vom Veranstaltung Solutioncube erzählt. Dennoch zeigten die Aussteller gestern nach den ersten zweieinhalb Stunden mit der Resonanz durchaus zufrieden.

Selbstläufer

Die Messe für Aus- und Weiterbildung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Selbstläufer entwickelt. 159 Unternehmen aus den Bereichen Industrie Handel, Handwerk, Weiterbildung und öffentliche Verwaltung füllten gestern und heute die Ausstellungsfläche in und vor der Stadthalle. Das sind 13 mehr als im Vorjahr. Auf der Warteliste von Projektleiterin Clara Schäfer finden sich weitere 20 Interessenten, die sich gerne auf der Binea präsentieren würden. Und für 2021 liegen die ersten Vormerkungen vor.

Wer wie die Stadt Reutlingen zum Messe-Urgestein zählt, lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen – diesmal ist es eine Popcorn-Maschine, die sehr gut beim eher jungen Publikum am Freitag ankommt. „Die Arbeit, die wir gemacht haben, hat sich gelohnt“, sagt die stellvertretende Ausbildungsleiterin Stefanie Weiß. Viele Schüler, die an ihren Stand kämen, wüssten schon, dass sie eine Ausbildung in der Verwaltung machen wollten. Andere wiederum wollten sich einfach informieren, sagte Weiß. Mit insgesamt 31 Ausbildungsberufen bietet die Stadt mit den Eigenbetrieben Technische Betriebsdienste (TBR) und Stadtentwässerung Reutlingen (SER) ein breites Spektrum. Während die Stadt keine Schwierigkeiten hat, Nachwuchs in der eigentlichen Verwaltung zu finden, tut sie sich mit Berufen wie der Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice schon schwerer.

Unternehmen bekannter machen

Auch das Dettinger Unternehmen Elring-Klinger ist seit vielen Jahren auf der Binea betreten. „Die Resonanz ist stark“, berichtete Nicolas Pfaff, der bei Elring-Klinger ein Duales Maschinenbau-Studium absolviert. Viele hätten sich Informationsmaterial über Praktika geholt. Wer seine Fotocard am Stand hinterlassen hat, wird auf jeden Fall zu einem  Gespräch eingeladen. Daneben  bietet die Messe einen weiteren Vorteil für den Automobilzulieferer, wie der technische Ausbildungsleiter Guiseppe Vernaci betonte: „Wir können das Unternehmen bekannter machen und zeigen, was wir bieten.“

Zufrieden äußerte sich auch Marianna Geiß, die beim Internationalen Bund für das Marketing in der Region Südwürttemberg verantwortlich ist. „Die letzten zwei Jahre auf der Messe waren sehr gut“, sagte sie. Für die Freiwilligendienste ist vor allem der Samstag wichtig, wenn die Familien mit ihren Kindern kommen.

Über 60 Vorträge, Workshops und Beratungsangebote

Abgerundet wird die Messe an beiden Tagen durch ein umfangreiches Vortragsprogramm, das insgesamt 66 Vorträge, Workshops und Beratungsangebote statt. Daneben gibt es auch Bewerbungsmappencheck und Bewerbungstrainings. Zudem gibt die Volkshochschule Tipps, wie man sich am besten in einem Bewerbungsgespräch präsentiert.

Im vergangenen Jahr waren rund 13 000 Besucher gekommen, gestern um 16.40 Uhr waren es bereits 7340. „Wir steuern auf einen neuen Besucherrekord zu“, freute sich Clara Schäfer.

Öffnungszeiten und mehr


Die 20. Binea hat am heutigen Samstag, 8. Februar, von 9 bis 16 Uhr in der Reutlinger Stadthalle geöffnet. Der Eintritt und die Teilnahme am Vortragsprogramm sind für Schüler, Eltern und Interessierte frei.

Weitere Informationen zur Messe finden sich im Internet unter www.­binea.de rab