IHK Migranten gründen anders

Menschen mit ausländischen Wurzeln gründen anders (von links): Jeannette Klein (IHK Reutlingen), Njeri Kinyanjui (Hottpott Saucen Manufaktur Walddorfhäslach), Nora Block, (Institut und Lehrstuhl für Mittelstandsforschung und Entrepreneurship an der Uni Mannheim), Dr. Ralf Sänger (IQ Fachstelle Migrantenökonomie, Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz), und Iris Goldack, die die Veranstaltung moderierte.
Menschen mit ausländischen Wurzeln gründen anders (von links): Jeannette Klein (IHK Reutlingen), Njeri Kinyanjui (Hottpott Saucen Manufaktur Walddorfhäslach), Nora Block, (Institut und Lehrstuhl für Mittelstandsforschung und Entrepreneurship an der Uni Mannheim), Dr. Ralf Sänger (IQ Fachstelle Migrantenökonomie, Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz), und Iris Goldack, die die Veranstaltung moderierte. © Foto: Foto. IHK.
swp 23.02.2017

Menschen mit ausländischen Wurzeln gründen anders. Das zeigen die täglichen Erfahrungen von Existenzgründungsberatern. Wie man die Potenziale von Migranten nutzen kann, diskutierten Experten in der IHK.

Die Statistik ist deutlich: Die Zahl der neu gegründeten Unternehmen geht zurück, deutschlandweit und auch in der Region Neckar-Alb. Die Zahl der Gründungen von Menschen mit Migrationshintergrund nimmt hingegen zu, machte bei der IHK-Fachveranstaltung am Mittwochnachmittag Nora Block von der Universität Mannheim deutlich.

Dabei sind diese Gründer längst den früher typischen Branchen Handel und Gastgewerbe entwachsen. „Sie machen sich zunehmend im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen und im Baugewerbe selbstständig“, so Block. Es zeigt sich, so die Wissenschaftlerin, dass gute Bildung diese Entwicklung befördert. „Migrantische Selbstständige sind hoch qualifiziert.“

„Migranten gründen anders“, machte Dr. Ralf Sänger von der IQ Fachstelle Migrantenökonomie aus Mainz deutlich. „Wir erleben oft eine andere Herangehensweise bei der Firmengründung“, so sein Eindruck. Berater benötigten deswegen eine gewisse Offenheit.

Um Gründer besser zu unterstützen, empfiehlt der Experte, wichtige Informationen und Formalien zur Existenzgründung in der Sprache der Herkunftsländer anzubieten. Unter syrischen Flüchtlingen sind beispielsweise, so zeigt eine aktuelle Erhebung, rund ein Drittel in ihrer Heimat selbstständig gewesen. Hier liegt Potenzial für neue Firmen in Deutschland.

Wie man seine Ideen erfolgreich umsetzen kann, berichtete die gebürtige Kenianerin Njeri Kinyanjui. Die Inhaberin der Hottpott Saucen Manufaktur in Walddorfhäslach fühlte sich als Angestellte immer unterfordert. Jetzt geht es ihr besser: „Als Unternehmerin kann ich mein Potenzial voll ausschöpfen und muss niemanden fragen, wenn ich meine Ideen umsetzen möchte.“ Ihr Tipp für alle Gründerinnen und Gründer: Eine gute Nische und das passende Know-how dazu. „Man muss rausgehen, sich Netzwerke suchen und sein Tun regelmäßig hinterfragen. Besser werden kann man immer.“