Reutlingen Mensch mit einem Herz aus Gold

Dekan Hermann Friedl, die neue stellvertretende Vorsitzende Tanja Ogiermann, der neue Vorsitzende Dr. Stefan Meißner und KEB-Geschäftsführer Paul Schlegl (von links) verabschieden den langjährigen KEB-Vorsitzenden Bernhard Bosold (Mitte).
Dekan Hermann Friedl, die neue stellvertretende Vorsitzende Tanja Ogiermann, der neue Vorsitzende Dr. Stefan Meißner und KEB-Geschäftsführer Paul Schlegl (von links) verabschieden den langjährigen KEB-Vorsitzenden Bernhard Bosold (Mitte). © Foto: Norbert Leister
Reutlingen / Von Norbert Leister 18.05.2018

Um den „Homo Bosold“ ging es am Mittwochabend im Reutlinger  Augustin-Bea-Haus neben der katholischen Kirche St. Wolfgang. Der Mensch Bernhard Bosold wurde dort aus seinem Amt als Vorsitzender des Vereins „Katholisches Erwachsenenbildungswerk“ verabschiedet. Mirjam Waggon und Samuel Zehendner vom Tübinger Harlekin-Theater hatten den Gästen dabei Beispiele ihrer Improvisationskunst präsentiert.

Und das nicht nur zur Freude des Publikums – auch Bosold selbst hatte offensichtlich jede Menge Spaß an der Aufführung. Die Theaterleute integrierten dabei nicht nur Schnipsel aus dem Leben des Geehrten in ihr Spiel, sie sangen sogar unter der musikalischen Mithilfe von Matthias Weiss auch noch eine Hymne auf den scheidenden Vereinsvorsitzenden: „Er hat ein Herz aus Gold, Bernhard Bosold.“

Weitere lobende Worte gab es von Reutlingens Dekan Hermann Friedl, der „den unbeschreiblichen Mann aus Northeim am Rande des Harz“ ebenfalls in gereimter Form pries. Lehrer war der heute 68-jährige Bosold, Gymnasial-Pädagoge für Religion und Deutsch. Auf 22 Jahre am Johannes-Kepler-Gymnasium hatte er es gebracht, wurde sogar stellvertretender Schulleiter. Wofür der Ruheständler am Mittwochabend im Augustin-Bea-Haus aber geehrt wurde, war seine 19-jährige Tätigkeit als ehrenamtlicher Vorsitzender des KEB-Vereins.

Dass sich Bosold fast zwei Jahrzehnte in dieses Ehrenamt eingebracht hatte, dafür zollte ihm der hauptamtliche Geschäftsführer am Mittwochabend hohen Respekt. „Wir leben in einer Sponti-Zeit, man lässt sich bis kurz vor Schluss alles offen“, sagte Paul Schlegl mit Blick auf so manche Teilnehmer an KEB-Programmpunkten. Umso erstaunlicher sei da das lange Engagement von Bosold. Bewiesen habe der Lehrer immer wieder „Treue, Qualität und Zuverlässigkeit, vor allem aber auch ein Mensch mit Leidenschaft“ sei Bosold als Vereinsvorsitzender stets gewesen. Dazu „solide, präzise, verlässlich“, wenn es um die Finanzen der KEB ging.

Leidenschaft hat Bosold laut Schlegl stets dann entwickelt, wenn es um die Programmgestaltung der Katholischen Erwachsenenbildung ging. „Er ist einer, der guckt, was sich in Gesellschaft und Kirche tut“, sagte Schlegl. In Bezug auf die Kirche sei es Bosold stets um die Reform derselben gegangen, „er will dass sich was bewegt“, betonte der KEB-Geschäftsführer.

Doch Schlegl sagte auch ganz persönlich Danke an Bernhard Bosold: „Als Hauptamtliche hatten wir Riesengestaltungsmöglichkeiten und mit Bernhard immer jemanden, von dem wir wussten, dass er hinter uns steht.“ Geschätzt hat Schlegl – der seit 1986 der hauptamtliche Leiter der KEB ist – an dem Verabschiedeten zudem, „dass er sich auch bescheiden zurücknehmen kann“.

Bosold selbst bedankte sich auch dafür, dass er sich seit 25 Jahren in die Vereinsarbeit und auch in das Programm der Erwachsenenbildung einbringen konnte. Er führte „den Leuchtturm“ der Menschen-und-Themen-Reihe an, mit Gästen, die Ignaz Bubis hießen, Jutta Limbach oder auch Rupert Neudeck. Die Liste ließe sich lange fortführen. „Ich bin dankbar, dass ich hier mitarbeiten durfte“, lautete sein Resümee.

In der Mitgliederversammlung vor der Verabschiedungsfeier waren Tanja Ogiermann als stellvertretende Vorsitzende und Dr. Stefan Meißner als Bosold-Nachfolger gewählt worden. „Es war Zeit für einen Generationenwechsel“, hatte Bosold gesagt. Der sei nun mit der 46-jährigen Ogiermann, die Hugo Boss angestellt ist und dem 54-jährigen Meißner als Lehrer für Deutsch und Religion, der am Regierungspräsidium in der Schulabteilung arbeitet, vollzogen worden.