Reutlingen Medizin-Versorgung deutlich verbessert

Reutlingen / SWP 11.02.2015
Unterstützung für die Entbindungsstation des "Centre Clinique de Margret Grimm" in der ivorischen Partnerstadt Bouaké: Kürzlich konnte wieder ein Projekt im Stadtteil Belleville realisiert werden.

Seit ihrem ersten Besuch in Reutlingens Partnerstadt Bouaké im Jahr 1985 sammelt die ehemalige Stadträtin Margret Grimm kontinuierlich Spendengelder für Entbindungsstationen und Gesundheitszentren und für die Verbesserung der Wasserversorgung in der afrikanischen Partnerstadt Bouaké an der Elfenbeinküste.

Die medizinische Versorgung in Bouaké war damals sehr schlecht: In Bouaké, der drittgrößten Stadt des Landes, lebten über eine Million Menschen, die Kommune verfügte allerdings nur über ein einziges Krankenhaus mit 230 Betten. Dank der zahlreichen Reutlinger Spenderinnen und Spender, der Zuschüsse des Landes Baden-Württemberg und der Eigenmittel von Margret Grimm konnten in den Jahren 1985 bis 1995 zwei große und drei kleinere Krankenstationen sowie ein Krankenpflegerhaus fertig gestellt und ein Brunnenschacht gebohrt werden. Durch diese Hilfe wurde die medizinische Versorgung in Bouaké deutlich verbessert.

Das Deutsche Rote Kreuz fungierte als Rechtsträger und unterstützte drei Projekte auch finanziell.

Seit dem Jahr 2007 lässt Margret Grimm aus eigenen Mitteln und mit Unterstützung von privaten Initiativen die Stationen renovieren, modernisieren und besser ausstatten. Auch kürzlich konnte wieder ein Projekt für die Entbindungsstation im Stadtteil Belleville realisiert werden. 2014 wurden in dieser Station 1109 Kinder geboren.

Bangali Doumbia, Deutschlehrer am Lycée Moderne Belleville, war vor Ort Ansprechpartner für das Vorhaben. Doumbia lernte Grimm vor gut zehn Jahren bei einem Besuch in Reutlingen persönlich kennen. Margret Grimm ist es zu verdanken, dass seine Tochter in der Entbindungsstation in Belleville gerettet werden konnte. Als im Mai 2003 bei seiner Frau nachts um ein Uhr die Wehen einsetzten, weit vor dem Geburtstermin, blutete sie stark. Wegen des Bürgerkriegs waren um diese späte Stunde keine Taxis zu bekommen, das Ehepaar Doumbia musste zu Fuß zur recht nahen Krankenstation gehen - alles ging dann noch gut. Wenn der Weg weiter gewesen wäre, hätten sie das Baby wohl verloren. Die Krankenstation in Belleville, die nach Margret Grimm benannt wurde, benötigt noch vieles und ist dringend auf Spenden angewiesen. Jede Spende wird gerne entgegengenommen, heißt es in einer Mitteilung.

Info Spendenkonto: "Krankenstationen", Margret Grimm, Kreissparkasse Reutlingen, Kontonummer 20750, BLZ 64050000, IBAN: DE33 6405 0000 0000 0207 50, BIC: SOLADES1REU.