Tunnel Materialschlacht am Südportal

Die Arbeiten am Hangrutsch am Scheibengipfel-Südportal ziehen sich, sollen aber abgeschlossen sein, wenn der Ursulabergtunnel nächste Woche gesperrt wird – wofür auch die Beschilderung (rechts im Bild) umgestellt werden muss.
Die Arbeiten am Hangrutsch am Scheibengipfel-Südportal ziehen sich, sollen aber abgeschlossen sein, wenn der Ursulabergtunnel nächste Woche gesperrt wird – wofür auch die Beschilderung (rechts im Bild) umgestellt werden muss. © Foto: Evelyn Rupprecht
Pfullingen/Reutlingen / Von Evelyn Rupprecht 30.01.2018

Der Ursulaberg- und der Scheibengipfeltunnel machen den Straßenbauern des Regierungspräsidiums derzeit wieder schwer zu schaffen. Während an der Pfullinger Röhre eine Software-Aktualisierung ansteht, macht sich der Hang an der Reutlinger Ortsumfahrung buchstäblich vom Acker. Seit der vergangenen Woche bereits ist die Tunnel-Zufahrt aus Richtung Eningen/Lichtenstein dicht – und eigentlich hätte der Schaden schon längst behoben sein sollen. „Aber die Rutschung ist schwerer und tiefer als wir gedacht haben“, sagt Projektleiter Norbert Heinzelmann. „Wahrscheinlich müssen wir den oberen Weg, der zu unserem Baubüro führt, wegbaggern“, erkärt der Ingenieur vom Regierungspräsidium, der einräumt, dass die Bauarbeiten schlimmstenfalls sogar bis zum 6. oder 7. Februar dauern könnten.

„Es ist eine Materialschlacht“, so Heinzelmann über die Lage am Hangrutsch, von dem jetzt allerdings keine Gefahr mehr ausgehe. Die Geologie sei auch Schuld an den – ungleich kleineren – Problemen auf der anderen Seite des Tunnels. Denn auch am Nordportal sind Risse im Erdreich zu erkennen. „Die sind aber eher oberflächlich und werden in der nächsten Woche an einem Tag und ohne Sperrung behoben werden können“, hofft der Projektleiter, der mit seinem Team wohl noch bis zum Jahresende direkt vor Ort bleiben wird, weil zum einen noch kleinere Nacharbeiten zu erledigen sind, zum anderen aber auch noch die Abrechnungen für die 135 Millionen Euro teure Röhre gemacht werden müssen. Inzwischen hat Heinzelmann auch verlässliche Zahlen, was den Verkehr im Scheibengipfeltunnel angeht. Zwischen 17 000 und 18 000 Fahrzeuge rollen Wochentag für Wochentag durch die Röhre, die wohl im Jahr 2020 ihre geplante Auslastung von 20.000 Autos, LKW und Motorrädern täglich erreichen wird.

Bestens eingefahren und gut ausgelastet ist der Pfullinger Ursulabergtunnel indes schon längst. Er braucht allerdings dringend „Softwareanpassungen bei sicherheitsrelevanten Einstellungen und Umrüstungen im technischen Bereich“, wie das Regierungspräsidium Tübingen mitteilt. Deshalb ist die Ortsumfahrung von Dienstag, 6. Februar, 9 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 7. Februar, 16 Uhr, voll gesperrt. Anders, so Heinzelmann, sei das Update nicht zu machen. „Wir müssen die neue Software aufspielen und dann überprüfen, ob sie auch funktioniert“. 40 bis 50 Punkte müsse man bei der Neu-Programmierung durchgehen, die sich unter anderem auf die Brandmeldeanlage, aber auch auf die Lüftung und die Sicherheitseinrichtungen bezieht. Ziel ist es, dass dann beide Tunnel synchron arbeiten und dass sie sich bei den selben Problemen schließen oder von selbst parallel die erlaubte Höchstgeschwindigkeit herunterfahren. Die Sperrung am Ursulaberg ist aber auch für den Scheibengipfeltunnel eine Bewährungsprobe. Er muss ohne menschliche Hilfe die Umleitungsstrecke durch die Pfullinger Innenstadt ausweisen und gleichzeitig bei sämtlichen Ampeln, die an der alten Ortsdurchfahrt sind, die Grünphasen für den Durchgangsverkehr verlängern, damit in der Pfullinger Innenstadt kein Mega-Stau entsteht.

Über 17 000 Fahrzeuge pro Tag im Tunnel

Der Scheibengipfeltunnel wird inzwischen rege genutzt: Pro Werktag rollen  zwischen 17 000 und 18 000 Fahrzeuge durch die Röhre.

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