Reutlingen/Stuttgart Manche Wünsche sind schon in "trockenen Tüchern"

Besuch auf der Fachmesse Motek in Stuttgart: Tobias Wenz, Geschäftsführer der Wenz Mechanik GmbH und 3D-Laserdruck (rechts) mit Dr. Christoph-Michael Pfefferle und Reutlingens OB Barbara Bosch.
Besuch auf der Fachmesse Motek in Stuttgart: Tobias Wenz, Geschäftsführer der Wenz Mechanik GmbH und 3D-Laserdruck (rechts) mit Dr. Christoph-Michael Pfefferle und Reutlingens OB Barbara Bosch. © Foto: Stadtverwaltung
Reutlingen/Stuttgart / SWP 13.10.2015
OB Barbara Bosch erkundigte sich wieder auf der 34. Motek, der internationalen Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung in Stuttgart, bei Reutlinger Firmen nach dem Stand der Dinge.

"Es brummt", freute sich Frank Brunner, Chef der im Betzinger Industriegebiet West ansässigen BMT Brunner GmbH, die seit knapp zwei Jahrzehnten mit einem Baukastensystem aus eloxierten Aluminiumprofilen samt dazugehöriger Verbindungstechnik von sich reden macht. Darin waren sich auch die anderen Vertreter der neun Reutlinger Unternehmen einig, die Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und Dr. Christoph-Michael Pfefferle, Leiter des Amts für Wirtschaft und Immobilien, besuchten: Das interessierte Fachpublikum kam, so der überwiegende Tenor, deutlich zahlreicher als im Vorjahr.

Daran änderte auch die VW-Krise nichts, Gegenstand so manchen Gesprächs mit der OB, da nicht wenige Firmen für die Automobilindustrie produzieren. Nach aktuellen Entwicklungen und Trends im jeweiligen Unternehmen erkundigte Barbara Bosch sich ebenso wie nach der Zufriedenheit mit dem Standort Reutlingen und eventuellen Erweiterungswünschen. Im Falle der Manz AG, High-Tech-Maschinenbauer mit Erfolgen in verschiedensten Technologiefeldern von A wie Automation bis V wie Vakuumbeschichtung und jüngst auch Zulieferer für den Computergiganten Apple, sind diese Wünsche bereits "in trockenen Tüchern", so die Rathaus-Chefin. In anderen Fällen sicherte sie volle Unterstützung zu.

Gesprochen wurde auf den Ständen aber auch über die zahlreich nach Deutschland strömenden Flüchtlinge und die Möglichkeiten, die Unternehmen offerieren können, um die Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Weitere Zukunftsthemen standen im Mittelpunkt des Gesprächs mit Mario Schuckert, Vertriebsleiter der Reiff Technische Produkte GmbH. Die schwieriger werdende Suche nach Fachkräften wurde dabei ebenso erörtert wie die Frage, ob das Internet und seine Online-Bestellmöglichkeiten Messen, persönliche Kontakte und aufwendige Kataloge trotz aller Prognosen nicht überflüssig macht.

"Da ist richtig Musik drin", bilanzierte die Reutlinger Rathaus-Chefin auf dem Kombi-Stand der Wenz Mechanik GmbH und deren Tochterfirma 3D-Laserdruck: Während Erstere als High-End-CNC-Fräser erst im Vorjahr mit einem Großauftrag von Airbus Schlagzeilen machte, kann Letztere, so Geschäftsführer Tobias Wenz "Metall wachsen lassen". Beim 3D-Laserschmelzen lassen sich innerhalb kurzer Zeit massive, belastbare Bauteile aus hochwertigen Metallen erzeugen - die dann wiederum in Flugzeugen ihren großen Auftritt haben. Denn das deutlich geringere Gewicht kann durchaus Kerosin-Einsparungen in Millionenhöhe mit sich bringen. Aber auch in der Medizintechnik finden sich Chancen für die so genannte additive Fertigung. Kein Wunder, dass auch bei Wenz Erweiterungswünsche gehegt werden: "Wir wollen gerne in Sondelfingen bleiben", gab Tobias Wenz der OB mit auf den Weg - und die bot ihre Hilfe gerne an.

Neben Wenz, der erstmals auf der Motek und von der Resonanz sehr angetan war, standen auch "alte Hasen" auf Barbara Boschs Besuchsprogramm. Zum Beispiel gleich zum Auftakt die Firma Kemmler und Riehle GmbH & Co.KG Maschinenbau, deren Produktpalette von Einzelarbeitsplätzen über Rollen- und Förderbahnen bis zum Sondermaschinen- und Anlagenbau reicht.

Besucht wurde auch die Airtec Pneumatic GmbH, deren Geschäftsführer Dirk C. Dammann nicht nur am Standort in der Carl-Zeiss-Straße erweitern, sondern seine Kunden auch gerne im Hotel im Bürgerpark unterbringen würde. Während das eine Anliegen derzeit noch nicht so einfach realisierbar ist, konnte die Chefin der Stadtverwaltung in Sachen Hotel einen Fortschritt vermelden - eine Projektleiterin hat ihre Arbeit aufgenommen und auch bereits Investorenkontakte geknüpft.

Stippvisiten bei der MPH Mess-, Prüf- und Handling-Systeme GmbH sowie der HSB Automation GmbH, die sich auf die Entwicklung und Herstellung von elektrisch angetriebenen Liniereinheiten spezialisiert hat, rundeten die knapp fünfstündige Tour durch die Hallen 3, 5 und 7 der Stuttgarter Messe ab.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel