• Die Tarifgemeinschaft des Kfz-Handwerks in Baden-Württemberg kündigte wesentliche Tarifregelungen im Vorfeld der Tarifrunde der Branche
  • Jetzt reagiert auch die Gewerkschaft mit sichtbaren Aktionen innerhalb der Friedenspflicht, welche in dem umstrittenen Handwerksbereich am 31.Mai ablaufen wird
  • Betroffen sind unter anderem die Daimler-Niederlassung in Pfullingen (Benzstraße) sowie MAN Truck & Bus in Kirchentellinsfurt (Mahdenstraße 1)
Parallel zum ersten Verhandlungstag in Baden-Württemberg kündigt die IG Metall für Dienstag, den 18. Mai sogenannte „Aktive Mittagspausen“ bei der Daimler-Niederlassung in Pfullingen und bei MAN in Kirchentellinsfurt an. Damit wolle die IG Metall zeigen, dass sich die Beschäftigten zu wehren wissen und die IG Metall auch für eine härtere Tarifauseinandersetzung gerüstet sei.

Belegschaften nicht gewillt, dem Ansinnen der Arbeitgeberseite nachzugeben

In den vergangenen Wochen gab es mehrfache Inforunden von Betriebsräten und IG Metall in den Betrieben des Kfz-Gewerbes, womit die Interessenvertretungen über die Konsequenzen für Beschäftigte aufklärten und deren Stimmung einholten.
„Dabei wurde sehr deutlich, dass die Belegschaften der betroffenen Betriebe nicht gewillt sind, dem Ansinnen der Arbeitgeberseite nach einer deutlichen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen nachzugeben. Im Kern verlangt die Tarifgemeinschaft mehr Leistung für weniger Geld. Derzeit gestaltet sich die Mitgliederwerbung in Werkstätten und Büros der Autohäuser recht erfolgreich. Wäre die Situation in der Auswirkung für die Beschäftigten nicht so drastisch, müssten wir den Arbeitgebern dankbar für deren Steilvorlage sein“, so Michael Bidmon der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall Reutlingen-Tübingen.

Kündigung der Tarifregelungen „verantwortungslos“

Die Kündigung der Tarifregelungen erfolgte, ohne den Verhandlungspartner zuvor darüber unterrichtet zu haben und wird von der IG Metall als "verantwortungslos" kritisiert. Davon betroffen sind unter anderem Regelungen zur tariflichen Arbeitszeit von 36 Stunden je Woche, zur Verteilung der Arbeitszeit sowie zur Höhe von Zuschlägen. Der Samstag solle zum Regelarbeitstag werden und Überstundenzuschläge sollen weitgehend wegfallen.
Die erst Bevollmächtigte der IG Metall Reutlingen-Tübingen, Tanja Silvana Nitschke ergänzt: "Die Arbeitgeber haben diese Tarifrunde mit einem Konflikt begonnen. Jetzt erleben sie die Antwort darauf. Unsere Beschäftigten sind bereit, für gute Arbeitsbedingungen und gute Tarifverträge einzustehen. Daran sollten auch die Arbeitgeber ein Interesse haben - nur so können Betriebe und Belegschaften gemeinsam den Umbruch in der Branche meistern und erfolgreich sein."