Lichtenstein Lob für mutige Arbeit

Kreisbrandmeister Wolfram Auch und Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum mit den für 40 Jahre Feuerwehrmitgliedschaft Geehrten Otto Stooß und Traugott Herrmann sowie Abteilungskommandant Jörg Gekeler und Lichtensteins Kommandant Andreas Daum (von links).
Kreisbrandmeister Wolfram Auch und Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum mit den für 40 Jahre Feuerwehrmitgliedschaft Geehrten Otto Stooß und Traugott Herrmann sowie Abteilungskommandant Jörg Gekeler und Lichtensteins Kommandant Andreas Daum (von links). © Foto: Jürgen Herdin
Lichtenstein / Jürgen Herdin 17.04.2018

Mit 85 Einsätzen – davon nur sieben Brände – liegt die Lichtensteiner Feuerwehr mit ihren 110 Mitgliedern im Landestrend. Viele andere Hilfeleistungen vor Ort, wie bei Verkehrsunfällen, dominieren auch bundesweit die Arbeit der Wehren. Glücklicherweise nicht im Trend liegen die Männer und Frauen um ihren Kommandanten Andreas Daum, wenn es um eine ganz andere Statistik geht.

Zu über 64 000 gewaltsamen Übergriffen auf Feuerwehrleute, DRK-Helfer, Polizeibeamte, THW-Mitarbeiter und andere Einsatzkräfte in Deutschland kam es im Jahr 2017. Besoffene Halbstarke randalieren, sehen in Uniformen ein „rotes Tuch“. Andere, ebenfalls zumeist junge Leute, attackieren in Ausnahmesituationen, so bei Bränden, Demonstrationen und Verkehrsunfällen Rettungskräfte – die doch nur helfen wollen.

Daum zeigte bei der Hauptversammlung seiner Freiwilligen Gesamtfeuerwehr, bestehend aus den Abteilungen Unterhausen und Holzelfingen, zunächst einen Film des Innenministeriums Sachsen. Darin kommt zum Beispiel auch ein dunkelhäutiger DRK-Mann zu Wort, der sich um einen Verletzten kümmern sollte. Der aber schrie ihn an: „Von einem Neger lasse ich mir nicht helfen“. Die Stille der Anwesenden in der Lichtensteinhalle nach der Vorführung war beklemmend.

Nicht sehr viel anders war es, als der Lichtensteiner Kommandant aus dem Tagebuch über einen „ganz alltäglichen“ Tag im Hochsommer im Leben eines Feuerwehrmanns vorlas. Drei Einsätze, mit dabei ein Auto-Brand und eine leblose Person am Boden. „Gut nur, dass mich der Chef im Betrieb so gut unterstützt“, hatte der Floriansjünger notiert. In der Tat sind die meisten Feuerwehrleute im Land „Freiwilllige“, gehen einem ganz normalen Beruf nach – und müssen darauf hoffen, dass die Arbeitgeber dem „Hobby“ ihrer Beschäftigten positiv gegenüber stehen.

Allzeit bereit: Nach seinem Bericht über die Einsätze 2017 und die zahlreichen Ausbildungs-, Übungs- und Trainingsaufgaben im Laufe eines Jahres durfte Andreas Daum zu den Neuaufnahmen, Übertritten von jungen Leuten in die Aktiven-Abteilung und die Beförderungen berichten.

Zuvor erstattete Gerhard Gekeler Bericht über die regen Aktivitäten in der Altersabteilung. Michael Märzweiler, Vize bei der Jugendfeuerwehr, tat Selbiges. Und Kassier Marcel Gekeler gab zu Protokoll, dass mit den Finanzen der Wehr alles im Lot ist.

Andreas Daum dankte der Kommune, dem Gemeinderat und Bürgermeister Peter Nußbaum für die beständige, nachhaltige Unterstützung der Feuerwehr. Vor allem bei der Modernisierung des Fuhrparks konnte sich Daums Truppe auf die Gemeinde verlassen. Nußbaum bekräftigte dies und verwies auf die 900 000 Euro, die im Haushalt des laufenden Jahres  der Feuerwehr zukommen sollen. Er lobte die Bereitschaft der Wehr zur „Gefahrenabwehr in allen Notlagen“ und den Zustand der gut aufgestellten Truppe.

„Ja, wir genießen eine anhaltend hohe Wertschätzung“, so Kreisbrandmeister Wolfram Auch in seinem Gastbeitrag. „Aber dafür tun wir auch sehr vieles“, sagte Auch, der die Lichtensteiner Wehr für ihre „mutige und aufwendige Arbeit“ lobte.

Neueinstellungen und Ehrungen

Neu in der aktiven Truppe der Gesamtfeuerwehr Lichtenstein sind Alexander Reiff, Kai Bakonyi, Nicolas Waitzinger, Jan-Lucas Gubler, Melissa Cosentino, Philipp Göhring, Melanie Weimar und Fabian Flohr. Mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold geehrt wurden für 40 Jahre Dienst Otto Stooß und Traugott Herrmann. jhe