Reutlingen Live-Musik nonstop im Bürgerpark

Drei Tage lang gab es Live-Musik im Bürgerpark: Das KuRT-Festival in Reutlingen ist inzwischen bundesweit bekannt.
Drei Tage lang gab es Live-Musik im Bürgerpark: Das KuRT-Festival in Reutlingen ist inzwischen bundesweit bekannt. © Foto: Spieß
Reutlingen / Jürgen Spieß 23.07.2018

Woodstock-Feeling mitten in Reutlingen: Das Umsonst & Draußen-Festival KuRT ging am Wochenende zum zwölften Mal an den Start. Mit 13 Bands auf dem ehemaligen Bruderhausgelände, darunter die Headliner Johnny Rakete, Vizediktator, Antiheld und Teesy.

Genug der Wehklagen, dass livemusikmäßig in der Achalmstadt zu wenig geboten sei. Zwei Openair-Festivals am selben Wochenende und beide bei freiem Eintritt – das „Inter:Komm!“ vor dem franz.K und das KuRT-Festival nur etwa hundert Meter entfernt im Bürgerpark – strafen derartige Vorurteile Lügen. Schade nur, dass schon am Freitag mehrere Regenschauer über das Gelände fegten  und auch am Samstag hatten Besucher und Veranstalter mit dem eher durchwachsenen Wetter zu kämpfen. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Annähernd 12 000 Besucher kamen Donnerstag, Freitag und Samstag zu dem alternativen Hip-Hop- und Rockfestival. Inzwischen hat sich die dreitägige Musik-Sause auch bundesweit einen Namen gemacht.

Wie in den vergangenen Jahren stellte das Veranstalterteam trotz etwas weniger Bands und eingeschränkter Platzverhältnisse – bespielt wurde nur eine anstatt wie früher zwei Bühnen – wieder ein Festival auf die Beine, das mit viel Engagement und Feierlaune an den Start ging. Die Fans bekamen Livemusik nonstop geboten und auch die versetzte Aufstellung der Bühne hin zur Stadthalle hat sich bewährt, denn die Musik wird besser kanalisiert: „Jedenfalls haben wir bis jetzt keine Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigung erhalten“, betonte Marco vom ausrichtenden Verein „Kultur für Reutlingen“. Das Festival startete bereits am Donnerstag mit einem Poetry-Slam-Battle als Warm-Up, bei dem mehrere bekannte Lyrik- und Wortakrobaten im Dichterwettstreit gegeneinander antraten.

Neben regionalen Musikern wie „The Story of March“ waren am Freitag und Samstag auch hoffnungsvolle Nachwuchskünstler wie das syrische Hip-Hop-Duo „Refugees Of Rap“, die Stuttgarter Gruppe „Parallel“ mit italienischen und türkischen Wurzeln, die junge Karlsruher Band „Grizzly“ oder der Ostberliner Rapper Toni Mudrack – besser bekannt unter seinem Künstlernamen Teesy – mit dabei.

Teesy verknüpfen scheinbar Unvereinbares miteinander. Eine folkige Akustikgitarre trifft auf trockene Rhythmen aus dem Rechner. Auf schier endlosen atmosphärischen Flächen gehen die deutschsprachigen Songs auf der Suche nach Perfektion spazieren. Dabei ist es gar nicht so neu, was die Band in der Besetzung Gesang, Gitarre, Drums und Laptop bietet. Ihr Sound bewegt sich zumeist zwischen hinreichend bekannten Versatzstücken. Zuweilen klingt es nach der deutschen Ausgabe von Justin Timberlake, mal ein wenig nach Bloc Party. Und Songs wie „Stranger“ oder „Keine Rosen“ sind textlich eher brav. Für ausgelassene Feierstimmung sorgten auch die musikalischen Schwergewichte des Festivals: Dazu gehörten das Berliner Punk-Trio „Vizediktator“ und  „Hauptact Antiheld“ am Freitag sowie der 27-jährige Rapper und Produzent Ahzumjot und der Freestyle-Rapper Johnny Rakete am Samstag. Zudem gab es an beiden Konzertabenden Aftershow-Partys. Das rund 25 Leute umfassende Organisationsteam und mehr als 100 ehrenamtliche Helfer sorgten dafür, dass das Konzert-Event überwiegend friedlich über die Bühne ging.

100

ehrenamtliche Helfer sorgten drei Tage lang dafür, dass das diesjährige KuRT-Festival wie geplant über die Bühne ging und noch dazu überwiegend friedlich.

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