Nachruf Liebenswürdig und beharrlich

Suse Gnant starb am Samstag vergangener Woche. 
Suse Gnant starb am Samstag vergangener Woche.  © Foto: Archiv
Reutlingen / Ralph Bausinger 26.05.2018

Fünf Tage nach ihrem 78. Geburtstag ist Suse Gnant ihrer schweren Krankheit erlegen. Die gebürtige Ennabeurenerin war eine Frau, die sich mit einem großen Herz und liebenswürdiger Beharrlichkeit für andere und für ihre Stadt Reutlingen einsetzte. Dabei hat sie nie das Rampenlicht gesucht.

Neben ihrem Beruf als Sport- und Hauswirtschaftslehrerin gehörte Suse Gnant mit einer kurzen Unterbrechung von 1985 bis 2014 dem Reutlinger Gemeinderat an – zunächst als Vertreterin der Freien Frauenliste, ab Mai 1989 für die SozialdemokratenD. Daneben hatte sie, wie Oberbürgermeisterin Barbara Bosch bei der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt vor drei Jahren gesagt hatte, „Energie für zwei weitere Baustellen“.

Herzensangelegenheit

Eine Herzensangelegenheit  war ihr Engagement für Reutlingens tadschikische Partnerstadt Duschanbe, das sie im Jahr 2001 startete. Über 154 000 Euro sammelte die Sozialdemokratin an Spenden, um den Jungen und Mädchen am Rande des Pamir-Gebirges täglich ein warmes Essen und oft auch einen warmen Pulli oder ein Schulbuch zu garantieren. Viele Freundschaften sind in dieser Zeit entstanden und die Bande zwischen Reutlingen und Duschanbe wurden enger gezogen.

Die zweite „Baustelle war ihr Einsatz für die „Stiftung Palliativpflege“. Als Vorsitzende organisierte sie Benefizkonzerte und Wohltätigkeitsveranstaltungen. Durch ihren Einsatz für den palliativen Gedanken sorgte sie auch dafür, dass am Kreisklinikum ein onkologischer Schwerpunkt mit Brückenpflege eingerichtet wurde.

Daneben engagierte sich Gnant beim Reutlinger Spendenparlament und bei der örtlichen Arbeiterwohlfahrt. Zudem saß sie im Beirat des Reutlinger Frauenhauses.

„Ihre Berufung und ihr Herz gehörten den sozialen Belangen“, schreibt Landrat Thomas Reumann in seinem Nachruf auf eine engagierte Frau. Insgesamt 14 Jahre, von 2002 bis 2016, war Suse Gnant Mitglied des Reutlinger Kreistags. Sie sei für „ihre offene, klare und direkte Art geschätzt“  worden. Mit ihr „verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit, die für Menschen Partei ergriffen hat, die Hilfe brauchen“, würdigt Thomas Reumann Suse Gnant.

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