Reutlingen Leuchtkraft im Quadrat

Ihr Markenzeichen sind die Quadrate: Uta Albeck zeigt ihre Arbeiten in der Pupille. Foto: Marie-Louise Abele
Ihr Markenzeichen sind die Quadrate: Uta Albeck zeigt ihre Arbeiten in der Pupille. Foto: Marie-Louise Abele
Reutlingen / MARIE-LOUISE ABELE 07.03.2012
Ihre fast monochromen Arbeiten bestechen durch Farbenpracht. Uta Albecks ungegenständliche Werke entstehen in Nass-in-Nass-Technik und harmonieren durch das zentrale Thema des Quadrats.

Es begleitet sie bereits seit Jahrzehnten. Tief beeindruckt von Reisen durch US-Nationalparks vor über 30 Jahren prägen seither immer wieder vor allem die ausdrucksstarken Landschaftsfarben ihre Malerei. "Die Eindrücke werden mich wohl noch mein ganzes Leben lang begleiten", ist sich Uta Albeck sicher. Die Künstlerin, 1938 in München geboren, studierte dort an der Kunstakademie Grafik und Malerei. Bereits ihre stark prägenden Kindheitserinnerungen durch die Landschaft am Starnberger See verarbeitete sie schon früh in Schwarz-Weiß-Zeichnungen und auch erstmals in Aqua- und Acrylfarben. Ungegenständlich zeichnen sich dennoch immer wieder Räume und Strukturen ab. Wichtig sind ihr seit jeher horizontale und vertikale Ausrichtungen - ein Hinweis auf Himmel und Erde/Landschaft. Bäume und Pflanzen ziehen sich zum Beispiel symbolisch wie feine Nadeln durch das Bild.

Erst vor drei Jahren hatte Uta Albeck, die heute in Tübingen lebt, ihre Farbigkeit gänzlich zurückgenommen. Durch einen Traum inspiriert, widmete sie sich eine Weile nur der Farbe Gold, die sie in quadratische Gefüge setzte - durch das Verlaufenlassen der Farbe erhielt die Monochromie ihre ganz eigene Struktur. "Das Gold war wie ein innerer Auftrag", beschreibt Albeck diese Eingebung. Sie sah es als Geschenk, und in dem Quadrat hatte sie eine für sich richtige Form gefunden: "ein Urbild der Schöpfungsordnung". Aus dieser starken Monochromie und Ordnung heraus nun entwickelte sich erneut ein Farbspektakel, das Quadratthema blieb aber bestehen, es hält sie nach wie vor gefangen. Es ist von neuem ein Spiel mit den Horizontalen und Vertikalen, mit Quadraten in Quadraten, mit "der Kreuzidee", die auch von einer tieferen Symbolik begleitet wird, wie Künstlerkollege Ralf Ehmann sagte.

Uta Albeck arbeitet mit einer Nass-in-Nass-Technik. Dabei entsteht das Bild erst langsam durch das Auftragen von bis zu 15 Farbschichten, die ihren Bildern eine auffällige und berührende Leuchtkraft und Tiefe verleihen - ganz anders als dem sonst typischen transparenten und luftigen Charakter von Aquarellen.

"Am Anfang steht immer die Farbe", beschreibt die Künstlerin den Beginn ihrer Arbeit. Durch das Auftragen, Auswaschen, Ausbürsten und Auskratzen unter anderem mit Federn entwickelt sich in einem langen Schaffensprozess, der von vielen Zufälligkeiten begleitet wird, ein inneres Bild, das nach außen strahlt und damit den Betrachter gänzlich für sich einnimmt.

"Ich drücke etwas aus, was mir entgegenkommt und lasse es so offen wie möglich." Erst am Ende entwickeln sich in ihrem Inneren auch die Titel der Bilder, sie heißen dann "Blickfeld", "Wasserkante", "In Augenschein nehmen" oder "Erblauen". Diese sind nur ein kleiner Hinweis an den Betrachter, er wiederum ist gefordert, sich sein eigenes Bild zu machen.

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